| Lina Müller |
| 09.10.2026 09:00 Uhr |
Das Uppsala Monitoring Centre stellt anlässlich der »MedSafetyWeek« Bilder und Videos für die sozialen Medien zur Verfügung. / © Uppsala Monitoring Centre
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen zu melden ist wichtig. Doch geschieht das nach Angaben des Uppsala Monitoring Centre (UMC) in weniger als 10 Prozent der Fälle. Dieses Jahr veranstaltet das UMC die zehnte »MedSafetyWeek« und ruft auf seiner Website zur Teilnahme auf. Letztes Jahr beteiligten sich Arzneimittelaufsichtsbehörden und Pharmakovigilanz-Organisationen aus 118 Ländern. Sie veranstalteten Events in Schulen und Universitäten, in Apotheken und Krankenhäusern sowie in Einkaufszentren. Auch hielten sie Online-Webinare und posteten Videos.
Dieses Jahr findet die weltweite Kampagne vom 2. bis 8. November unter dem Motto »Side effects – don’t ignore them, report them« statt. Zur Überwachung der Arzneimittelsicherheit sind die Zulassungsbehörden auf Hinweise auf Nebenwirkungen durch Fachpersonal und Patienten angewiesen.
»Spontanmeldungen erfassen Verdachtsfälle von Nebenwirkungen, die außerhalb systematischer Studien beobachtet und gemeldet werden«, heißt es in einer Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), das sich genau wie BfArM und die Arzneimittelkommissionen von Apothekern und Ärzteschaft beteiligen. Bei der Zulassung eines neuen Arzneimittels basiere das Wissen über Nebenwirkungen vor allem auf den Ergebnissen klinischer Studien und auf präklinischen Untersuchungen.
Das Spontanmeldesystem helfe, Arzneimittelrisiken zu erkennen, die erst bei einer großen Zahl von Anwendungen auffallen, schreibt das PEI. Maßnahmen, die das Risiko senken, werden darauffolgend eingeleitet. Verdachtsmeldungen und ihre Auswertung seien somit ein zentraler Bestandteil der Überwachung von Arzneimitteln nach der Zulassung. Im aktuellen »Bulletin für Arzneimittelsicherheit« von BfArM und PEI gibt es einen ausführlichen Artikel zur MedSafetyWeek.
2016 führte die Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) im Vereinigten Königreich die erste Kampagne durch. Seit dem Folgejahr koordiniert das Uppsala Monitoring Centre in Schweden die »MedSafetyWeek«. »Das UMC war das erste WHO-Kooperationszentrum für Pharmakovigilanz«, heißt es auf der Website der Weltgesundheitsorganisation. Im Auftrag der WHO unterhält das UMC die weltweit größte Datenbank für Einzelfallberichte zur Arzneimittelsicherheit. Mehr Informationen und kostenloses Kampagnenmaterial gibt es auf der Website des UMC.