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Ibrexafungerp

Neues orales Pilzmittel in den USA

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das neue Antimykotikum Ibrexafungerp zugelassen. Es handelt sich um den ersten Vertreter der Glucan-Synthasehemmer (Echinocandine), der oral verabreicht werden kann.
Annette Rößler
09.06.2021  17:00 Uhr

Ibrexafungerp (Brexafemme®, Scynexis) darf in den USA ab sofort zur Behandlung von Scheidenpilzinfektionen eingesetzt werden, die durch Hefepilze verursacht werden. Der Wirkstoff gehört wie die bereits verfügbaren Arzneistoffe Anidulafungin, Caspofungin und Micafungin zur Gruppe der Glucan-Synthasehemmer (Echinocandine). Im Gegensatz zu diesen muss Ibrexafungerp jedoch nicht infundiert werden, sondern kommt als oral verfügbare Tablette auf den Markt. Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg (zwei Tabletten à 150 mg) zweimal täglich, also insgesamt 600 mg an einem Tag.

Vaginale Candidosen sind ein häufiges Problem vieler Frauen. In den meisten Fällen können die Symptome wie Juckreiz, Brennen und Ausfluss durch eine lokale Therapie etwa mit Clotrimazol oder Nystatin erfolgreich bekämpft werden. Gelingt dies nicht, kann eine orale Therapie mit einem Azol-Antimykotikum wie Fluconazol erfolgen. Hier bietet Ibrexafungerp nun für Patientinnen in den USA eine Alternative. In Europa ist die Zulassung noch nicht beantragt.

Wie einer Pressemitteilung des Herstellers zu entnehmen ist, waren für die US-Zulassung die Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien VANISH-303 und VANISH-306 ausschlaggebend. Häufigste Nebenwirkungen waren darin Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Benommenheit und Erbrechen. Ibrexafungerp ist in der Schwangerschaft kontraindiziert.

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