| Johanna Hauser |
| 01.06.2026 14:05 Uhr |
Experten sprechen von einem Paradigmenwechsel bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Daraxonrasib adressiere erstmals eine Zielstruktur, die für die Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit Pankreaskarzinom hochrelevant ist – nicht nur für eine kleine Untergruppe, sagte Professor Dr. Dieter Saur von der TU München und vom Deutschen Krebsforschungsinstitut in Heidelberg gegenüber dem Science Media Center Deutschland. »Biologisch ist der Ansatz deshalb so überzeugend, weil er nicht nur ein einzelnes KRAS-Allel, sondern den aktiven RAS(ON)-Zustand mehrerer RAS-Varianten und Mutationen hemmt, also sehr nahe am zentralen onkogenen Schalter des Tumors ansetzt.« Der Professor für Translationale Tumorforschung sieht in Daraxonrasib gar eine der wichtigsten klinischen Entwicklungen beim metastasierten Pankreaskarzinom seit vielen Jahren.
Aufgrund der ermutigenden Ergebnisse hat die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA bereits einen Compassionate-Use-Zugang freigegeben, sodass Daraxonrasib in bestimmten Fällen auch vor der Zulassung und außerhalb von klinischen Studien verfügbar ist. »Für die Leitlinien dürfte entscheidend sein, ob und wie schnell eine formale Zulassung in den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa erfolgt; danach wäre eine Aufnahme als bevorzugte Zweitlinienoption höchstwahrscheinlich«, erklärte Saur.