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Tiermedizin
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Neuer Impfstoff für Katzen schützt gegen fünf Erkrankungen

Die EMA hat erstmals einen Kombinationsimpfstoff im Veterinärbereich zur Zulassung empfohlen, der auch RNA-Technologie nutzt. Er schützt Katzen gleich vor fünf häufigen Krankheiten.
AutorKontaktPZ
Datum 20.04.2026  16:00 Uhr
Neuer Impfstoff für Katzen schützt gegen fünf Erkrankungen

Der neue Impfstoff trägt den etwas sperrigen Namen Nobivac NXT HCPChFeLV. Es ist laut Europäischer Arzneimittelagentur EMA der erste veterinäre Impfstoff, der RNA-Technologie nutzt. Schützen soll die Vakzine vor gleich fünf recht unterschiedlichen Pathogenen, die bei Katzen weit verbreitet sind:

  • felines Herpesvirus Typ 1, ein hochansteckendes Virus, das Erkrankungen der oberen Atemwege und der Augen verursacht (»Katzenschnupfen«)
  • felines Calicivirus, ein hochansteckendes Virus, das Erkrankungen der oberen Atemwege und des Mundraums verursacht (»Katzenschnupfen«)
  • felines Panleukopenievirus, ein hochansteckendes Virus, das Durchfall, Erbrechen, Fieber und Lethargie verursachen und insbesondere bei Jungtieren tödlich verlaufen kann (»Katzenseuche«)
  • feline Leukämie, die das Immunsystem schwächt und eine häufige Ursache für Krebs bei Katzen ist (»Leukose«)
  • Chlamydia felis, ein Bakterium, das vor allem Augeninfektionen verursacht

Gegen alle fünf Erreger gibt es bereits zugelassene Impfstoffe, jedoch keine solche Fünferkombination.

Einmal saRNA, viermal Lebendviren

Gegen das feline Leukämievirus enthält der Impfstoff selbstamplifzierenden RNA (saRNA), verpackt in einem viralen Replikonpartikel, der nicht replikationsfähig ist. Der Partikel soll die virale RNA, die als Antigen dient, in die Zellen transportieren. Dort soll ein Protein des Katzenleukämievirus produziert werden, das eine Immunantwort auslöst und damit eine Abwehr aufbaut. Es handelt sich um den ersten in der EU zur Zulassung empfohlenen Tierimpfstoff, der saRNA enthält.

Mit Zapomeran (Kostaive®) wurde bereits im Februar 2025 ein erster selbst amplifizierender mRNA-Impfstoff in der EU für die Humanmedizin zugelassen – gegen Covid-19. Er ist bislang nicht in Deutschland auf dem Markt.

Nobivac NXT HCPChFeLV enthält gegen die vier anderen adressierten Erkrankungen attenuierte Lebendviren. Es handelt sich also um eine Kombination aus mRNA- und Lebendimpfstoff. Die Zulassungsempfehlung basiert auf 15 Studien in geschlossenen Tiereinrichtungen sowie einer Feldstudie mit 142 Katzen unter Alltagsbedingungen.

Die Tiere bildeten eine adäquate Immunantwort gegen die fünf Pathogene. Die Schutzwirkung setzte etwa eine Woche nach der Impfung ein und hielt gegen das Leukämievirus drei Jahre an und gegen die anderen vier Pathogene jeweils ein Jahr.

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