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Clesrovimab
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Neuer Antikörper zur RSV-Prävention bei Babys

Ein neuer Antikörper zur Prävention von Erkrankungen durch Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytialvirus (RSV) bei Neugeborenen und Säuglingen hat eine EU-Zulassung erhalten: Clesrovimab (Enflonsia®) von MSD.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 13.05.2026  17:15 Uhr

RSV-Infektionen können bei Neugeborenen und Säuglingen schwere Erkrankungen der unteren Atemwege verursachen. Vorbeugen lässt sich mit einer Impfung der Mutter im letzten Schwangerschaftsdrittel mit dem Impfstoff Abrysvo® oder auch mit der Gabe eines Antikörpers an das Kind (passive Immunisierung). Zugelassen für die Anwendung bei Babys sind Nirsevimab (Beyfortus®) und Palivizumab (Synagis®) – sowie seit Neuestem Clesrovimab (Enflonsia®).

In einer Pressemitteilung informiert Hersteller MSD über den Neuzugang. Dieser darf demnach während der ersten RSV-Saison eines Kindes eingesetzt werden. Clesrovimab sei in Europa die erste und einzige Option zur RSV-Prävention, die gewichtsunabhängig mit einer einmaligen Dosis verabreicht werden kann, heißt es. Die Schutzwirkung setze schnell ein und halte fünf Monate lang an.

Laut Fachinformation beträgt die empfohlene Dosis 105 mg, die als Einmalinjektion zu 0,7 ml intramuskulär angewendet wird. Enflonsia ist bei Neugeborenen und Säuglingen, die während der RSV-Saison geboren werden, nach der Geburt anzuwenden. Bei Säuglingen, die außerhalb der RSV-Saison geboren werden, ist es

einmalig vor Beginn ihrer ersten RSV-Saison anzuwenden.

Wie die beiden direkten Konkurrenten bindet auch Clesrovimab an das Fusionsprotein (F-Protein) von RSV und verhindert dadurch, dass das Virus weitere Zellen infizieren kann. Die EU-Zulassung stützt sich auf die Ergebnisse der Studien CLEVER und SMART, deren Ergebnisse jeweils im »New England Journal of Medicine« publiziert wurden (DOI: 10.1056/NEJMoa2502984 und 10.1056/NEJMc2506107). In ihnen waren die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung bei Früh- und Neugeborenen sowie bei Säuglingen mit erhöhtem Risiko für eine schwere RSV-Erkrankung gezeigt worden.

In Deutschland soll Enflonsia laut Angaben von MSD ab Juni 2026 verfügbar sein.

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