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EMA-Empfehlung
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Neue Warnhinweise für Metamizol

Das in Deutschland sehr gebräuchliche Schmerzmittel Metamizol wird mit neuen Warnhinweisen versehen, die auf das Agranulozytose-Risiko hinweisen. Das hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) entschieden.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 06.09.2024  15:10 Uhr

Frühe Anzeichen beachten

Falls Metamizol als Antipyretikum angewendet wird, können einige frühe Anzeichen einer Agranulozytose unbemerkt bleiben. Dasselbe gilt auch, wenn gleichzeitig Antibiotika verabreicht werden, die entsprechende Symptome maskieren können.

Gibt es Anzeichen für eine Agranulozytose, muss bei dem Patienten sofort ein Blutbild gemacht werden. Die Anwendung von Metamizol ist zu unterbrechen, bis das Ergebnis vorliegt.

Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für eine Agranulozytose soll Metamizol künftig nicht mehr angewendet werden. Hierzu zählen Personen, die schon einmal eine Agranulozytose unter Metamizol oder einem anderen Pyrazolon/Pyrazolidin entwickelt haben und solche, bei denen Probleme mit dem Knochenmark oder andere Grunderkrankungen vorliegen, die die Blutbildung beeinträchtigen.

Die Empfehlungen des PRAC gehen jetzt an die Koordinationsgruppe für gegenseitige Anerkennung und dezentralisierte Verfahren (CMDh). Es ist davon auszugehen, dass diese bei ihrem nächsten Meeting im September die Vorschläge übernimmt, wonach sie dann in Kraft treten.

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