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Thymidinkinase-2-Mangel
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Neue Therapie für sehr seltene Erbkrankheit

Thymidinkinase-2-Mangel (Tk2d) ist eine extrem seltene, genetisch bedingte Erkrankung, bei der die Funktion der Mitochondrien gestört ist. Mit Kygevvi® steht nun erstmals ein spezifisches Therapeutikum für Betroffene zur Verfügung.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 25.08.2026  07:00 Uhr

Häufigste Nebenwirkung: Durchfall

Sehr häufig führt die Einnahme des Medikaments zu gastrointestinalen Beschwerden: Diarrhö und Bauchschmerzen sind die häufigsten Nebenwirkungen. Zur Behandlung von Durchfall unter der Therapie werden Antidiarrhoika empfohlen. Gegebenenfalls muss die Dosierung vorübergehend reduziert werden, bis die Beschwerden abgeklungen sind.

Die Transaminasewerte sollten vor Beginn der Behandlung und währenddessen regelmäßig überprüft werden.

Die Anwendung von Kygevvi vor oder während der Schwangerschaft kann in Betracht gezogen werden, wenn der klinische Nutzen das Risiko überwiegt. Stillen ist unter der Therapie erlaubt.

Meilensteine werden erreicht

Weil die Tk2d eine sehr seltene Erkrankung ist, sind die Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit begrenzt. Zur Bewertung herangezogen wurden Daten aus der retrospektiven Studie MT-1621 und der offenen, einarmigen, klinischen Studie TK0102, wobei die Mehrzahl der Patienten an beiden Studien teilnahm. Insgesamt gab es 39 Teilnehmende mit Tk2d, die beim ersten Auftreten der Symptome höchstens zwölf Jahre alt waren, wie es dem Zulassungslabel entspricht.

In dieser Population wurden von vielen Teilnehmenden Meilensteine der motorischen Entwicklung wie »Kopf aufrecht halten«, »aufrecht sitzen«, »stehen«, »gehen«, »Treppensteigen« oder »laufen« unter der Therapie wiedererlangt. So schafften es 15 von 17 Patienten (88,2 Prozent) nach Behandlungsbeginn, den Kopf ohne Hilfe wieder aufrecht zu halten, während nur einer von 38 (2,6 Prozent) diese Fähigkeit nach Behandlungsbeginn verlor. Insgesamt erlangten 26 von 31 Patienten (83,9 Prozent) mindestens eine Fähigkeit im Zusammenhang mit einem Meilenstein unter der Therapie wieder und bei 10 von 38 Patienten (26,3 Prozent) ging mindestens eine verloren.

Die Zulassung des Medikaments erfolgte unter »außergewöhnlichen Umständen«. Das bedeutet, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) alle neuen Informationen, die verfügbar werden, jährlich prüfen wird.

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