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Neue Arzneistofftargets 2025
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Hoffnung vor allem für seltene Erkrankungen

Von den im Jahr 2025 in den USA, der EU oder China neu zugelassenen Arzneimitteln adressierten elf Targets, für die es bisher keine zugelassenen Arzneistoffe gab. Ein Überblick über die innovativen Neuzugänge.
AutorKontaktManfred Schubert-Zsilavecz
Datum 01.07.2026  13:30 Uhr

Die neuen Targets umfassen überwiegend Enzyme – beispielsweise Kinasen – und ein tumorassoziiertes Antigen. Hinzu kommt ein Neurotoxin und das Phospholipid Cardiolipin. Sie werden durch sechs niedermolekulare Arzneistoffe, drei monoklonale Antikörper und ein Peptid moduliert. Im Fachjournal »Nature Reviews Drug Discovery« erschien nun ein Überblick über die Neulinge.

Von den sechs small molecules wirken drei als Inhibitoren. Brensocatib, ein Inhibitor der Dipeptidylpeptidase 1 (DPP1), wurde für die Behandlung von Bronchiektasien zugelassen. Defactinib hemmt zwei Mitglieder der FAK-Familie der Nicht-Rezeptor-Tyrosinkinasen und wurde in Kombination mit dem MEK1-Inhibitor Avutometinib zur Behandlung von KRAS-mutiertem Eierstockkrebs zugelassen. Das Prodrug Olgotrelvir, das für die Behandlung von Covid-19 zugelassen ist, zielt nach seiner Aktivierung auf humanes Cathepsin L (CTSL) ab, sodass das Eindringen des Virus in die Wirtszellen erschwert wird. Zusätzlich fungiert der aktive Olgotrelvir-Metabolit aber als Proteasehemmer der SARS-CoV-2-Hauptprotease, die die zunächst gebildeten großen Polyproteine in die funktionsfähigen Teilproteine des Virus spaltet.

Doxecitin und Doxribtimin sind Pyrimidin-Nukleoside, die jeweils als Substrate für die zytosolische Desoxycytidin-Kinase (DCK) beziehungsweise die Thymidin-Kinase (TK1) dienen. Die phosphorylierten Formen passieren die Mitochondrienmembran und stellen bei Patienten mit einem Mangel an mitochondrialer Thymidin-Kinase 2 (TK2) die Synthese der mitochondrialen DNA sicher, eine Voraussetzung dafür, dass die oxidative Phosphorylierung und Energieproduktion in den Mitochondrien funktionieren kann.

Dordavipron wird eingesetzt zur Behandlung von Gliomen mit einer bestimmten Mutation im Histon-H3-Protein. Es wirkt als Agonist an der proteolytische Untereinheit der mitochondrialen Clp-Protease (CLPP). Dadurch werden Stressreaktionen in den Tumorzellen ausgelöst, die die Proteolyse in den Mitochondrien aktivieren und Apoptose induzieren. Neben der Aktivierung der CLPP hemmt Dordavipron den Dopamin-D2-Rezeptor.

Drei der neuen Targets werden durch monoklonale Antikörper moduliert. Narsoplimab, das für die Behandlung der mit Stammzelltransplantationen assoziierten thrombotischen Mikroangiopathien zugelassen wurde, zielt auf MASP2 ab und blockiert auf diese Weise die lektinabhängige Aktivierung der Komponenten C3 und C4 des Komplementsystems. Dadurch werden Schäden der Endothelzellen in kleinen Blutgefäßen verringert.

Sibeprenlimab behandelt die Immunglobulin-A-Nephropathie durch Bindung an TNFSF13, ein Mitglied der Tumonekrosefaktor-(TNF-)Superfamilie. Durch die Bindung kommt es zu einer Senkung der Serumspiegel von galactosedefizientem Immunglobulin A1.

Siltartoxatug und Olgotrelvir wurden in China entwickelt und dort zugelassen. Siltartoxatug ist eine Sprunginnovation und der erste rekombinante monoklonale Antikörper gegen das Toxin von Clostridium tetani und stellt somit eine Alternative zur passiven Immunisierungstherapie mit aus Plasma gewonnenem humanem Tetanus-Immunglobulin dar.

Schließlich ist Elamipretid ein Peptid, das an Cardiolipin bindet und zur Behandlung des seltenen Barth-Syndroms eingesetzt wird. Diese auch als 3-Methylglutaconazidurie Typ 2 bezeichnete Erkrankung ist eine sehr seltene angeborene Stoffwechselstörung der Phospholipide, die unter anderem mit einer dilatativen Kardio- und Skelettmuskulatur-Myopathie einhergeht.

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