»Die positiven Effekte von Musik sind gut nachweisbar«, ergänzt der Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Verhaltensmedizin und Psychosomatik, Thomas Barth. Das beobachte er regelmäßig bei seinen Patienten. »Die Verbesserungen durch Musiktherapie sind denen von Medikamenten ebenbürtig.« Denn bisher könne die Medizin die Erkrankung nicht stoppen, sondern nur ihre Symptome behandeln. Die Musik schaffe es, trotz des Gedächtnisverlustes durch Demenz Emotionen und Erinnerungen zu wecken, helfe Patientinnen und Patienten, ruhiger zu werden und besser zu schlafen. Das belegten auch Studien.
Ein Konzertbesuch könne darüber hinaus eine Abwechslung im oftmals durch Pflege belasteten Alltagstrott bringen. »Manche Patienten drängeln sich regelrecht danach«, erklärt Barth. »Selbst schwer Demenzerkrankte kommen da zur Ruhe, bekommen Stimulation und es kommt für den Moment wieder mehr Leben in sie.« Zudem könnten Betroffene auf diese Weise wieder etwas am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
Für das Sonderkonzert in Chemnitz spielen die Musikerinnen und Musikern die Stücke nur in Ausschnitten und begrenzen das Konzert auf eine Stunde, um die Besucherinnen und Besucher nicht zu überfordern. Vor Beginn können sie sich schon mit dem Ort vertraut machen und mit Musikerinnen und Musiker ins Gespräch kommen. Die Sitzplätze seien locker angeordnet und es gebe jederzeit die Möglichkeit, den Raum zu verlassen.