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CDK4/6-Hemmer
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Mögliche Gamechanger bei frühem Brustkrebs

Seit drei Jahren erweitern CDK4/6-Hemmer die Therapiemöglichkeiten beim nicht metastasierten Mammakarzinom – als Adjuvans zusätzlich zu einer endokrinen Behandlung. Über das Potenzial dieser Arzneistoffgruppe und den aktuellen Forschungsstand berichtete Onkologin Professor Dr. Rachel Würstlein beim Pharmacon in Schladming.  
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 22.01.2025  12:30 Uhr
Mögliche Gamechanger bei frühem Brustkrebs

Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Jede siebte erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Die Therapie richtet sich nach den Eigenschaften des Tumors: Ob er bereits gestreut hat oder nicht (fortgeschrittenes versus frühes Mammakarzinom) und ob er auf seiner Oberfläche Rezeptoren für Estrogen oder Progesteron (hormonrezeptorpositiv, HR+) oder den Wachstumsfaktor HER2 trägt.

Würstlein erklärte, wie sich die Behandlung des frühen, hormonabhängigen, HER2-negativen Mammakarzinoms in den letzten Jahren verbessert hat. In ihrem Vortrag ging die leitende Oberärztin des Brustzentrums am LMU Klinikum in München unter anderem auf die Rolle der Arzneistoffklasse der CDK4/6-Hemmer ein.

Indikationserweiterung für zwei Vertreter

CDK4/6-Hemmer blockieren die cyclinabhängigen Kinasen 4 und 6, die im Zusammenspiel mit Cyclin D1 die Zellteilung insbesondere bei HR-positiven Brustkrebszellen anregen. In der EU sind Palbociclib (Ibrance®) seit 2016, Ribociclib (Kisqali®) seit 2017 und Abemaciclib (Verzenios®) seit 2018 zugelassen. »Das sind Substanzen, die maximalen Durchbruch hatten beim metastasierten, hormonrezeptorpositiven Mammakarzinom«, sagte Würstlein. Die ursprüngliche Zulassungsindikation aller drei Vertreter ist lokal fortgeschrittener oder metastasierter Brustkrebs mit dem Status HR+/HER2-.

»Was uns im Moment am allermeisten beschäftigt, sind die CDK4/6-Inhibitoren beim frühen Mammakarzinom, die jetzt dazugegeben werden«, sagte die Onkologin. Abemaciclib wurde 2022 als erster Vertreter auch beim frühen Mammakarzinom (HR+/HER2-) zugelassen, als Adjuvans in Kombination mit einer endokrinen Therapie bei Patientinnen und Patienten mit hohem Rezidivrisiko. Vergangenen November sei dann die Indikationserweiterung für Ribociclib gefolgt, so Würstlein.

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