Es kann auch so aussehen: »Morgens nach dem Aufwachen sofort ein Glas Wasser mit Zitrone trinken und das Fenster öffnen, damit echtes Sonnenlicht auf die Augen fällt«, sagt Koch. Dazu eine Atemübung: »Tief einatmen, zehn Sekunden die Luft anhalten, langsam ausatmen.« Diese Kombination kann uns Power für den Start in den Tag geben.
Gotzler schwört auf Tagebuchschreiben: »Wie habe ich geschlafen, wann hatte ich Energie, wann weniger? Was habe ich getrunken, gegessen und erlebt?« Durch das tägliche Notieren zeigen sich schnell Muster, aus denen sich Rückschlüsse ziehen lassen – zum Beispiel, dass spätes Seriengucken einen aufwühlt oder das Glas Wein am Abend die Schlafqualität beeinträchtigt. »Dann kann man schauen, wie sich Sport oder andere kleine Veränderungen auswirken.«
Koch hat noch einen weiteren Tipp: »Ein proteinreiches Frühstück verändert alles.« Das können zum Beispiel Eier oder Joghurt mit Nüssen sein. Proteine halten uns nämlich lange satt und können damit Heißhunger und Energielöchern vorbeugen.
Kaum ein Biohacker kommt ohne Extra-Vitamine und Co. aus. Omega-3-Fettsäuren, Magnesium, Vitamin D: Sie gelten als typisch für die »Biohacker-Apotheke«.
Einfach so auf Verdacht Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, ist allerdings keine gute Idee, davon raten auch Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ab. Besser: von Arzt oder Ärztin einmal durchchecken lassen, ob dem Körper etwas fehlt. Dazu raten auch Gotzler und Koch.
Eines der wichtigsten Biohacker-Gebote: Schlaf ist nicht verhandelbar. Jeder gute Tag beginnt mit einer erholsamen Nachtruhe. Denn: »Schlafstörungen bringen unsere Hormonbalance und den Blutzuckerspiegel durcheinander, lassen uns schlechter denken und stören fast alle unsere wichtigen Systeme«, so Koch. Energy-Drinks, Bildschirmzeit am Abend oder zu viel Alkohol sind bekannte Schlafkiller, die sich leicht vermeiden lassen.
Und: Wer ständig auf Vollgas fährt, bricht irgendwann zusammen. An Biohacking sollte man lieber nicht die Hoffnung heften, dadurch unendlich leistungsfähig zu werden. Pausen müssen sein.