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LAK Brandenburg
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Mit Optimismus in die Zukunft

Nach fünf Jahren neigt sich die Legislatur der Kammerversammlung unter Kammerpräsident Jens Dobbert in Brandenburg dem Ende. Es waren »harte, entscheidende Jahre für die Berufspolitik«, so sein Resümee. Aber nun stehen die Zeichen auf Optimismus. Dobbert ist sicher: Die Apothekerschaft startet in eine neue pharmazeutische Zukunft.
AutorKontaktEv Tebroke
Datum 11.06.2026  10:30 Uhr

Fünf Jahre intensive berufspolitische Arbeit

Die Kammer habe immer wieder deutlich gemacht: Wer die Arzneimittelversorgung auf einem hohen Niveau halten will, müsse die Struktur halten, müsse das Vergütungsniveau den Entwicklungen entsprechend anpassen. »Die vergangenen fünf Jahre waren geprägt von intensiver berufspolitischer Arbeit«, unterstrich Dobbert. Dabei stand das Thema »Zukunft der inhabergeführten Apotheke« im Zentrum.

Im Zuge der Diskussionen um die Apothekenreform habe die Kammer darauf hingewiesen, dass die Apotheke mehr ist als nur eine Arzneimittelabgabestelle. »Sie ist Teil einer heilberuflichen Versorgung und braucht pharmazeutische Kompetenz. Sie braucht persönliche Verantwortung. Und sie braucht Apothekerinnen und Apotheker.«

Bei aller Kritik an den bundespolitischen Entwicklungen war es Dobbert ein Anliegen, die gute Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg zu loben. »Diese war in den zurückliegenden Jahren stets konstruktiv und vertrauensvoll.« Er bedankte sich für den immer »sehr sachorientierten Austausch«.

Ein zentrales Projekt dieses Austauschs war die Etablierung eines Pharmaziestudiengangs in Brandenburg. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der Abwanderung junger Menschen in andere Bundesländer hatte man auf eine entsprechende Einrichtung hingearbeitet. »Brandenburg braucht ein eigenes Pharmaziestudium.« Denn oft bleibt der Nachwuchs dort, wo er auch ausgebildet wurde («Klebeeffekt«).

Vorerst kein Pharmaziestudiengang in Brandenburg

Nach jahrelangem Bemühen seitens der Kammer stand Dobbert zufolge ein länderübergreifendes Konzept für einen Standort an der Uni Senftenberg. Das Konzept war von den Ministerpräsidenten Sachsens und Brandenburgs seinerzeit in Auftrag gegeben worden, die Kammer habe daran mitgewirkt. »Ob es politisch ernsthaft diskutiert wurde, das können wir nicht beantworten«, so Dobbert.

Klar sei jedoch, dass es nach dem Regierungswechsel im März 2026 nun in dieser Legislaturperiode in Brandenburg kein Pharmaziestudium geben wird. Das habe der neue Gesundheitsminister René Wilke (SPD)  deutlich gemacht. Trotz dieser Absage sei das entsprechende Gespräch mit dem Minister am 13. Mai »eines der besten Gespräche« gewesen, die Dobbert seit 2012 mit einem Minister oder einer Ministerin habe führen dürfen. Er lobte vor allem die Offenheit und Ehrlichkeit.

Kritik ging an die damals Verantwortlichen, die 2024 persönlich zugesagt hätten, das Projekt auch nach der Landtagswahl auf der Agenda zu halten und anzugehen. Doch nach der Wahl sei dann alles vergessen gewesen. Dobbert versicherte gegenüber den Delegierten, die Kammer werde sich auch weiterhin nachhaltig für einen Studiengang Pharmazie einsetzen. »Wir bleiben dran!« Denn ohne Nachwuchskräfte würde mittelfristig die Apothekendichte in Brandenburg deutlich ausgedünnt, was die Versorgung gefährde.

Neben dem laut Dobbert erfolgreichen Kammer-Engagement im Bereich Fort- und Weiterbildung (etwa die Hermann-Hager-Tagung) hob er rückblickend auch das Thema Neujustierung des Notdienstes hervor. Die sinkende Zahl der Apotheken hatte zwangsläufig zu einer höheren Notdienstbelastung der verbleibenden Apotheken geführt und eine Anpassung notwendig gemacht. Mit der Umstellung auf einen 20-Tage-Rhythmus konnte eine deutliche Entlastung erreicht werden: pro Apotheke 10 Notdienste weniger im Jahr – bei gleichbleibender Versorgungsgarantie.

Abschließend dankte Dobbert allen Ehrenamtlichen und allen Mitarbeitern der Geschäftsstelle für ihr großes Engagement in den zurückliegenden fünf Jahren. Mit Blick auf die neue Legislatur und die Wahl einer neuen Kammerversammlung – Frist zur Stimmabgabe ist der 15. Juni 16 Uhr – stimmte Dobbert auf weiterhin anstehende »großen Herausforderungen des Berufsstands« ein.

Die zentralen Fragen: »Wie gehen wir mit dem Fachkräftemangel um? Wie ist es mit der wirtschaftlichen Situation der Apotheken? Wie gehen wir mit einer immer komplexer werdenden Arzneimittelversorgung um? Wie etablieren wir die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL)?« Aber auch die Digitalisierung bleibe Thema.

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