| Daniela Hüttemann |
| 21.04.2026 16:20 Uhr |
Zu einer Verschlechterung des autobiografischen Gedächtnis kam es bei 17,3 Prozent unter EKT im Vergleich zu nur 2,7 Prozent unter MST – damit sprach das Sicherheitsprofil in Bezug auf die Kognition für die MST. Zudem beendeten mehr Patienten der EKT-Gruppe die Studie vorzeitig aufgrund anderer nicht schwerwiegender Nebenwirkungen (12 versus 3 Teilnehmende).
»Insgesamt spricht das gesamte Risiko-Nutzen-Profil der MST dafür, sie als Erstlinien-Konvulsionstherapie im Rahmen einer schweren depressiven Störung in Betracht zu ziehen, insbesondere bei Patienten, die eine RUL-UB-ECT ablehnen«, folgern die Studienautoren.
»Seit Jahrzehnten wissen wir, dass die Elektrokonvulsionstherapie eine der wirksamsten Behandlungsmethoden bei schweren Depressionen ist, doch ihre kognitiven Nebenwirkungen haben ihren Einsatz bisher eingeschränkt«, so Dr. Daniel Blumberger, Senior Scientist am Centre for Addiction and Mental Health in Toronto und Co-Leiter der Studie. »Unsere Ergebnisse zeigen, dass die magnetische Anfallstherapie ähnliche Vorteile bieten kann, dabei jedoch das Gedächtnis weitaus weniger beeinträchtigt, was diese Behandlungsform für viele Menschen, die sie benötigen, zu einer praktikableren Option machen könnte.«
Die Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression stuft die Magnetkonvulsionstherapie noch als experimentelles neurostimulatives Verfahren ein. Auch in den USA und Kanada ist das Verfahren noch nicht zugelassen.