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Lipödem
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»Mit Empathie auf die Suche nach der Lösung gehen«

Wie es um die Versorgungsrealität und das Krankheitsbild Lipödem steht, wurde heute auf einer parlamentarischen Veranstaltung in Berlin von Vertreterinnen aus Politik und Wissenschaft sowie aus Betroffenensicht diskutiert. Auch die Apotheke vor Ort kann eine wichtige Rolle einnehmen.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 25.06.2026  16:20 Uhr

»Themen, die uns Frauen betreffen, immer wieder diskutieren«

Die Kernbotschaft der Organisatorinnen des parlamentarischen Frühstücks, Cornelia Wanke (Vorständin der Healthcare Frauen und Spitzenfrauen Gesundheit) und Nicole Lauscher (Geschäftsführerin der Vita Health Media), kristallisierte sich schnell heraus: Es muss ein Bewusstsein für das Krankheitsbild Lipödem geschaffen werden, damit dessen »epidemiologische und sozialökonomische Bedeutung« deutlich wird. Sie forderten die Aufnahme des Lipödems in die Versorgungsmedizinische Verordnung, leitliniengerechte Therapien für alle Erkrankten und die kritische Auseinandersetzung mit dem Design der LipLEG-Studie.

Die Studie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in Auftrag gegeben und vergleicht den Nutzen einer Fettabsaugung (Liposuktion) mit dem einer rein konservativen Behandlung wie etwa Lymphdrainage und Kompression bei Patientinnen mit einem Lipödem.

»Fakt ist, dass die LipLEG-Studie bewiesen hat, dass der Eingriff Liposuktion dazu führt, dass 68 Prozent der Frauen eine Verbesserung und Entlastung bei den Symptomen und Beschwerden erfahren haben«, sagte die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU), die die Schirmherrschaft der Veranstaltung innehat. Sie sei sehr zuversichtlich, dass die Studie als Grundlage für weitere gesundheitspolitische Entscheidungen und Verbesserungen in der Versorgung dienen kann. Ihr ist besonders wichtig, »genau hinzuschauen, wie es den Betroffenen geht, und das in den politischen Diskurs einfließen zu lassen.«

Es sei die »große Aufgabe und entscheidend, dass die Themen, die uns Frauen betreffen, immer wieder diskutiert werden.« Eine sehr gute Freundin sei betroffen, Zeulner habe die Krankheit über mehrere Jahre begleitet. Es gehe um Fragen wie: Welchen Operateur suche ich, bewilligt die Krankenkasse das Prozedere, wie sieht es mit der Versorgung mit Kompressionsstrümpfen aus?  »Das sind alles Themen, die die Frauen im Alltag belasten«, so Zeulner.

Apotheken: Wissen und Informationen weitergeben

Wie der Alltag betroffener Frauen erleichtert werden kann und welche Rolle Vor-Ort-Apotheken hier einnehmen können, machte Anke Rüdinger, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), vor Ort gegenüber der PZ deutlich: »Ich sehe die Hauptaufgabe der Apotheken auf diesem Gebiet darin, Wissen und Informationen weiterzugeben.« Es gebe einige Apotheken, die die lymphatische Kompressionsversorgung anbieten, dies seien jedoch Spezialapotheken.

»Ich glaube, wir können da eine ganz große und wichtige Rolle spielen, den Frauen Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen. Ich habe hier heute ganz viel gelernt.« Man könne etwa an besondere Ärzte verweisen oder die Frauen immer wieder ermutigen, sich nicht ignorieren zu lassen und immer weiterzugehen. »Für mich war das heute eine total wichtige Veranstaltung, ich möchte in Zukunft Dinge voranbringen, damit die Apotheken befähigt sind, diese Aufgaben zu übernehmen.«

Meike Finkenrath, Ärztin beim Hospital zum Heiligen Geist in Kempen, sieht Lipödem-Fälle regelmäßig. »Die Krankheit ist noch nicht richtig erforscht, wir wissen wenig über die Ursachen«, erklärte sie. Sie forderte mehr Bewusstsein bei den Hausärztinnen und Hausärzten hinsichtlich des Themas. »Man muss aufpassen, dass man die Patientinnen nicht stigmatisiert«, so Finkenrath. Ihrer Meinung nach müssten Forschungsansätze dringend konkretisiert werden.

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