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Kanzlerinnen-Abschiedstour

Merkel besucht Pharma-Mittelständler Medice in Iserlohn

Im Rahmen ihrer Abschiedstour zum Ende ihrer Amtszeit hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nun den mittelständischen Pharmahersteller Medice in Iserlohn besucht. Bei der Gelegenheit hob Merkel den »starken Gesundheitsstandort Deutschland« sowie die Wandlungsfähigkeit von Gesundheitsunternehmen hervor.
Cornelia Dölger
09.09.2021  17:00 Uhr

Kurz vor dem Ende ihrer langen Amtszeit tourt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) derzeit durch die Lande und machte im Zuge dessen auch Halt im sauerländischen Iserlohn – dem Wahlkreis von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak sowie Standort des mittelständischen Arzneimittelherstellers Medice. Ersterer war mit von der Partie, für Letzteren gab es viel Lob von der scheidenden Regierungschefin.

Medice ist ein in dritter Generation geführtes Familienunternehmen und nach eigener Aussage zuletzt »stark wachsend« – also allemal ein Grund für die Regierungschefin, der Einladung von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zu folgen und sich das Pharmaunternehmen, das in seinem sauerländischen Wahlkreis liegt, genauer anzuschauen. Mehrere lokale und auch überregionale Medien berichteten über das Ereignis, das rund zwei Wochen vor der Bundestagswahl und angesichts von bescheidenen Umfrageergebnissen für die Union sicherlich auch ein Versuch Ziemiaks war, sich für sein erhofftes Direktmandat Rückenwind aus der Hauptstadt zu holen, wie vor allem lokale Medien einschätzten.

Wandlungsfähigkeit im Fokus

Dabei habe Merkels Besuch, heißt es weiter, allerdings eher im Verborgenen als vor breitem Lokalpublikum stattgefunden. Jedoch gab es zum Ende einer Betriebsbesichtigung des Unternehmens demnach vor Kameras und Mikrofonen mehrere lobende Worte seitens der Kanzlerin. Besonders habe sie die Wandlungsfähigkeit des Unternehmens hervorgehoben. Medice selbst wies nun in einer Mitteilung ebenfalls darauf hin und betonte, dass Merkel sich insbesondere für die strategische Entwicklung »vom reinen Arzneimittelhersteller hin zu einem deutlich breiter aufgestellten, holistisch agierenden Gesundheitsunternehmen« interessiert habe. Zudem habe die Kanzlerin hervorgehoben, wie vorbildlich Digitalisierung und Nachhaltigkeit in dem Unternehmen mit inzwischen etwa 1000 Mitarbeitenden gelebt würden. »Bei Ihnen kann man beobachten, wie Sie diesen Wandel mitgestalten, wie Sie sich darauf einlassen. Im Sinne der ökologischen Verträglichkeit, im Sinne des Klimaschutzes«, zitiert das Unternehmen die Kanzlerin. Deutschland sei ein starker Gesundheitsstandort, habe sie betont.

Katja Pütter-Ammer, geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens, das nach eigener Aussage traditionell nahezu alle Arzneimittel am Standort Iserlohn entwickelt und produziert, zeigte sich laut der Mitteilung zufrieden. Das Treffen mit Merkel sei eine gute Gelegenheit gewesen, »gemeinsam die großen Gesundheitsthemen unserer Zeit wie Nachhaltigkeit, Klima und Gesundheit sowie Digitale Gesundheit zu erörtern«. Richard Ammer, geschäftsführender Gesellschafter, ergänzte, bei ihrem Besuch habe die Kanzlerin einen Blick auf die »wahrhaftige Produktion« werfen können. Denn »ein Made in Germany ist bei vielen Arzneimitteln nur noch im Beipackzettel aufgeführt, wenngleich das Produkt in Fernost gefertigt wird«.

Medice konzentriert sich im rezeptpflichtigen Bereich nach eigener Darstellung auf die Gebiete Zentrales Nervensystem (ZNS), Nierenheilkunde und Dialysemedizin. Darüber hinaus ist der Hersteller auch in der Allgemeinmedizin, in der Apotheke und beim Endverbraucher mit zahlreichen Marken vertreten, etwa mit dem homöopathischen Erkältungsmittel Meditonsin.

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