Arzneimittel individuell dosieren |
| 30.05.2005 00:00 Uhr |
Bisher erhalten in der Regel alle Patienten eine Standarddosierung. Diese »empirische Art der Dosierung« führt bei vielen Arzneimittel zu einer hohen Variabilität im Therapieergebnis. Hinter dieser Streuung, so die Referentin, verbergen sich Patienten mit dem gewünschten Therapieerfolg, aber auch mit Therapieversagen wegen Unter- oder Überdosierung, was zu unnötigen, teils lebensbedrohlichen unerwünschten Wirkungen führen könne. Aus dieser Erkenntnis heraus plädierte sie für Dosierungsstrategien, die einen optimalen Einsatz der Arzneimittel garantieren und damit den Therapieerfolg deutlich steigern könnten.
Diesen Ansatz verfolge man, so Kloft, unter anderem mit der adaptiven oder individualisierten Dosierung. Dabei werde nicht die Dosis, sondern ein Zielwert festgelegt. Als Beispiel führte sie die Konzentration eines Antibiotikums an, die Bakterien sicher abtötet. Voraussetzung sei die Kenntnis der Zusammenhängen zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik. Generell verfolge man zwei Strategien:
In diesem Zusammenhang wie die Referentin darauf hin, dass die Körperoberflächen-basierte Dosierung von Zytostatika in der Onkologie keinen Sinn mache. Die Initialdosis sollte zum Beispiel bei lipophilen Stoffen auf das tatsächliche Körpergewicht bezogen werden, während die Erhaltungsdosis unter Berücksichtigung der Elimination und Nierenfunktion individuell angepasst werden solle. Die für die individualisierte Dosierung notwendigen klinisch-pharmazeutischen Untersuchungen könnten, so Kloft, in Kooperation mit anderen Heilberufen vorgenommen werden.
Bei einer adaptiven Dosierung erhält ein Patient demnach keine Standarddosen mehr, sondern die auf ihn zugeschnittene Dosierung, so dass entweder keine oder nur geringe Variabilitäten in Pharmakokinetik und Pharmakodynamik auftreten. Ein Therapieerfolg werde dadurch wesentlich wahrscheinlicher. Dieser viel versprechende Ansatz wird nach Ansicht der Referentin aber noch zu wenig realisiert.
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