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Fortbildung und ApoVWG
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Mehr Vertrauen statt Kontrolle

Apotheker sind reformfähig und reformwillig – aber bitte mit Sinn und Verstand. Niedersachsens Kammerpräsidentin Cathrin Burs wünscht sich mehr Vertrauen in den Berufsstand und weniger Kontrollen und Bürokratie. Sie sprach sich unter anderem gegen eine verschärfte Fortbildungspflicht aus.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 08.04.2026  13:28 Uhr

Zweigapotheken: Versorgung zweiter Klasse

Bei den Zweigapotheken kam Burs auf das Thema Vertrauen zurück. Die Patienten brauchen und wollen keine Zweite-Klasse-Versorgung durch abgespeckte Apotheken, ohne Nacht- und Notdienst, Rezepturen und pharmazeutische Dienstleistungen. Dank Botendienst und Rezeptsammelstellen sei eine Ausweitung von Zweigapotheken nicht nötig, die zudem zulasten vollwertiger Betriebe gehen könnte.

Die genannten Vorschläge im Reformgesetz bedeuteten im Ergebnis Qualitätsabbau und Angriff auf den freien Apothekerberuf. »Und was noch viel unverständlicher ist: Sie stehen im krassen Widerspruch zu den Erwartungen in demselben Gesetz an die neuzeitliche Apotheke mit neuen Aufgaben.« 

Der Apothekenprotesttag am 23. März sei daher ein wichtiges Signal gewesen. Burs betonte, man habe nicht gegen etwas, sondern für die Zukunft der Apotheken gekämpft. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken habe mehrfach glaubhaft versprochen, dass die Honorarerhöhung auf 9,50 Euro pro abgegebener Arzneimittelpackung kommen werde. Die Kammerpräsidentin und auch der LAV-Vorsitzende Berend Groeneveld sind optimistisch, dass die Ministerin ihr Versprechen zeitnah einhält und den Vorschlag der Finanzkommission Gesundheit, die Fixumsanpassung über fünf Jahre schrittweise einzuführen, ignoriert. Die Apotheken brauchten dringend verlässliche wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen.

Ihren Lagebericht schloss Burs mit einem direkten Apell an die Bundesregierung: »Stärken Sie die Apothekerinnen und Apotheker sowie die Apotheke vor Ort. Dann sichern Sie sich schon mal Vertrauen in den Staat in einem Lebensbereich der Menschen, der ihnen am wichtigsten ist – ihre Gesundheit.«

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