Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Kinder
-
Mehr Kreidezähne bei häufigem Antibiotika-Gebrauch

Mindestens 450.000 Kinder in Deutschland leiden an sogenannten Kreidezähnen, die behandelt werden müssen. Die Ursache ist unbekannt. Doch es gibt einen Zusammenhang mit der Verordnungshäufigkeit und -menge von Antibiotika in den ersten vier Lebensjahren der Kinder, wie der Zahnreport 2021 der Barmer zeigt. Eine Kausalität lässt sich aus den Daten aber nicht ableiten.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 02.06.2021  09:00 Uhr

Korrelation mit dem Alter der Mutter

Keine Korrelation zeigte sich mit erhöhter Infektanfälligkeit sowie bei Kindern, die als Frühgeburt oder durch Schnittentbindung zur Welt gekommen waren. Dagegen hatten Barmer-versicherte Mütter gut doppelt so häufig Kinder mit MIH, wenn sie zum Zeitpunkt der Geburt zwischen 30 und 40 Jahre alt waren. »Dieser deutliche Befund hat uns überrascht; warum dieser Effekt auftritt, wissen wir nicht«, verwies der Zahnmediziner auf die begrenzte Aussagekraft der Auswertung von Sekundärdaten. »Der Forschungsbedarf ist hoch.«

Bisher sei über die Entstehung der Kreidezähne nur wenig bekannt und das mache sie so tückisch, erklärte auch der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Professor Dr. Christoph Straub. Die Ursachen sehe man im Prozess der Zahnmineralisation, bevor die Zähne durchbrechen. Die Ernährung habe wahrscheinlich keinen Einfluss und regelmäßiges Zähneputzen könne Kreidezähne nicht verhindern, da die Zähne bereits geschädigt durchbrechen. »Herkömmliche Prävention greift nicht.« Für die Eltern betroffener Kinder laute die Botschaft: »Sie haben nichts falsch gemacht.«

Mehr von Avoxa