Pharmazeutische Zeitung online
Zukunft der Apotheken

Mehr Frauen müssen auf die pharmazeutische Bühne 

Die Kerngruppe der Frauen, darunter angestellte und selbstständige Apothekerinnen, trifft sich regelmäßig, aufgrund der Coronavirus-Krise gerade per Videokonferenz, und überlegt, wie sie Apothekerinnen in ihrem Berufsalltag unterstützen und motivieren kann. »Wir wollen Kommunikationsveranstaltungen etablieren, durch die Apothekerinnen Erfahrungen austauschen und Netzwerke bilden können«, erläuterte Lucas. Insbesondere junge Kolleginnen möchte Lucas unterstützen. Bei der Überlegung, eine eigene Apotheke zu eröffnen oder zu übernehmen, kämen viele Fragen auf. »Bei offiziellen Fortbildungsveranstaltungen sitzen häufig ältere Herren, da traut man sich als junge Apothekerin nicht so einfach, Fragen zur Selbstständigkeit zu stellen.«

Mit der Etablierung eines Netzwerks, das durch Veranstaltungen und persönliche Gespräche verbinden soll, können die jüngeren von den erfahrenen Apothekerinnen lernen. Auch Kaufmann betont die Bedeutung eines guten Netzwerks: »Männer waren es von jeher gewohnt zu netzwerken, in der Arbeit, in der Uni, im Sport. Früher war das Bild der Frau ja eher das einer Frau zuhause, die das nicht brauchte oder konnte. Das hat sich aber geändert.« Um Apothekerinnen besser zu fördern, müssten sie sich nun vernetzen, so Kaufmann.

Ihr liegt zudem am Herzen, dass junge Apothekerinnen sich auch berufspolitisch engagieren. »Mir ist es persönlich sehr wichtig, dass wir junge Pharmazeutinnen für Verbands- und Kammertätigkeiten motivieren können. Dort sind viel zu wenig junge Frauen«, betont Kaufmann.

Karriere-Tipps für Apothekerinnen

Für junge Apothekerinnen hat Kaufmann einige Karriere-Tipps parat: »Es ist wichtig, nach dem Studium erstmal ein paar Jahre als angestellte Apothekerin zu arbeiten, um Erfahrungen zu sammeln.« Darüber hinaus sei es von Bedeutung, sich in betriebswissenschaftlichen Themen gut auszukennen und sich fortzubilden. Auch ein Mentoren/Mentee-Verhältnis könne dazu beitragen, dass sich Apothekerinnen gut für die Arbeit als Inhaberin vorbereitet fühlen. Zwar ist die »Denkfabrik Apotheke« insbesondere ein Thinktank für Frauen, aber auch Männer können ihre Fragen dorthin stellen, betont Kaufmann. »Der Name ›Denkfabrik Apotheke‹ war explizit als gendergerechter Name gedacht.«

Im Mai dieses Jahres versuchte der Thinktank die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Apotheke vor Ort zu lenken: Kurze Videos unter dem Motto »Apohelden Challenge« zeigen, wie Apotheken vor, während und nach der Coronavirus-Pandemie für ihre Kunden da sind. »Leider ist die ›Apohelden Challenge‹ im Sande verlaufen, die Apotheker hatten zu der Zeit viel anderes zu tun«, berichtet Lucas. Sie verrät aber: »Wir planen, die Challenge im besten Fall nochmal vor Weihnachten zu starten«. Ihre Berliner Apotheke machte bereits mit. Das Video der Challenge aus der Lichtenberg Apotheke können Sie am Ende des Artikels ansehen.

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