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SARS-CoV-2

Mehr als 1.000 Corona-Infektionen in Deutschland

Während in Deutschland, Italien und anderen Ländern die Infektionszahlen mit dem neuen Virus stark steigen, scheint sich die Lage in China offiziellen Angaben zufolge zu stabilisieren.
PZ/dpa
09.03.2020  14:40 Uhr

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland auf 1.112 gestiegen. Das geht aus der Auflistung des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen hervor. Am stärksten betroffen ist demnach weiterhin Nordrhein-Westfalen, dort vor allem der Landkreis Heinsberg. Der erste deutsche Staatsbürger ist an der Lungenkrankheit Covid-10 verstorben. Der 60-jährige Hamburger Feuerwehrmann befand sich allerdings seit Februar auf einer Ägyptenreise. Er ist laut Medienberichten

im Ferienort Hurghada gestorben.

Im Kampf gegen das Virus sieht der Chef des Weltärztebundes Deutschland aktuell gut aufgestellt. «Unser Gesundheitswesen, unsere Prävention, unsere Erkennung dieser Maßnahmen funktioniert. Das deutsche Gesundheitswesen ist hervorragend ausgerichtet», sagte Frank Ulrich Montgomery am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». «Wir kriegen das hin!» Die Bundesregierung wirbt derweil um Vertrauen in ihr Krisenmanagement beim Kampf gegen das Coronavirus. «Die Bürger können darauf vertrauen, dass die gesamte Bundesregierung mit der Bundeskanzlerin an der Spitze alles tut, um die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Regierung sei mit aller Kraft und allem Einsatz dabei, «unser Land durch diese extrem schwierige Situation zu steuern». Es gehe darum, das Land in die Lage zu versetzen, mit dieser Herausforderung zurechtzukommen.

Seibert verwies auch auf die Beschlüsse des Koalitionsausschusses. Es solle wegen der Corona-Krise möglichst kein Unternehmen in die Insolvenz gehen und kein Arbeitsplatz verloren gehen. Die Regierung werde «schnell und passgenau reagieren». Nach der Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vom Sonntag sollten alle Veranstaltungen in Deutschland mit mehr als 1.000 Teilnehmern abgesagt werden. Derartige Entscheidungen müssen jedoch die lokalen Gesundheitsbehörden treffen. Spahns Vorschlag ist nicht unumstritten.

Entspannung in China, aber nicht in Europa

Gute Nachrichten gibt es derweil aus China: Dort scheint sich die Situation weiter zu stabilisieren. Die Zahl neu Infizierter sank laut offiziellen Angaben weiter auf landesweit 40 Fälle. Es wird jedoch eine hohe Dunkelziffer vermutet. Außerhalb der Provinz Hubei haben sich laut Nachrichtenagentur Xinhua in den vergangenen vier Tagen keine Patienten neu angesteckt. In Wuhan seien demnach 14 provisorische Krankenhäuser aufgrund der sinkenden Erkrankungszahlen geschlossen worden. An der Lungenkrankheit Covid-19 sind in China bislang mehr als 3.000 Menschen gestorben. Mehr als 80.735 Infektionen wurden nachgewiesen, jedoch gelten mehr als 58.000 Patienten mittlerweile als geheilt.

Italien, das in Europa am stärksten betroffen ist, hat am Sonntag einen großen Teil des Nordens zur Sperrzone erklärt. 16 Millionen Menschen in der Region Lombardei mit der Metropole Mailand und in Städten wie Venedig oder Parma dürften nur noch bei triftigen Gründen aus der Gegend hinaus oder in sie hinein, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte. In Spanien wachsen ebenfalls die Sorgen. Allein in der Region von Madrid verdoppelten sich die bestätigten Fälle in nur 24 Stunden von 202 am Sonntag auf mehr als 430 am Montag. 16 Menschen sind rund um Madrid bereits an der Krankheit gestorben.

Im Iran habe sich innerhalb von 24 Stunden die Zahl der Toten von 194 auf 237 erhöht, sagte Ministeriumssprecher Kianush Dschahanpur am Montag in Teheran. Die Zahl der offiziell erfassten Ansteckungen im Land kletterte auf 7.161 – 595 mehr als am Vortag. Weltweit haben sich inzwischen weit mehr als 100.000 Menschen nachweislich mit dem neuen Coronavirus infiziert, die Dunkelziffer liegt Experten zufolge noch wesentlich höher.

Es gibt derzeit weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen.

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