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Berliner Kinderärzte
Masern-Impfpflicht wirkt

Kontrolle kaum möglich in Corona-Zeiten

Während in den ersten Monaten relativ wenige Gruppen, wie etwa Schüler nach Umzügen, vom neuen Gesetz betroffen gewesen seien, müssten bis zum Start des neuen Schuljahres Zehntausende Menschen in Berlin den Nachweis erbringen, sagte Arne Schaller von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Das gelte für die neuen Erstklässler sowie für Schüler, die auf weiterführende Schulen wechseln. Hinzu kämen Lehrkräfte, die neu an einer Schule anfangen, und Referendare. Auch wenn die GEW die Impfpflicht generell begrüße, stelle die Überprüfung eine Mehrbelastung für Verwaltungsmitarbeiter und Schulleitungen dar.

Angesichts der Corona-Krise habe die Impfpflicht in den vergangenen Monaten in den Schulen «ganz hinten angestanden», sagte Schaller und verwies auf die Hygiene- und Stundenpläne, die erarbeitet werden mussten. Er gibt auch zu bedenken, dass fehlende Impfnachweise von den Schulen ans zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden müssen: Wie handlungsfähig die Mitarbeiter dort in Anbetracht ihrer großen Aufgaben bei der Pandemie-Bekämpfung seien, bleibe aber abzuwarten, sagte Schaller.

Dem neuen Gesetz zufolge begehen Eltern, die ihre in Gemeinschaftseinrichtungen betreuten Kinder nicht impfen lassen, eine Ordnungswidrigkeit, sie müssen mit einer Geldbuße von bis zu 2500 Euro rechnen. Teuer kann es auch für Kita-Leitungen werden, die ungeimpfte Kinder zulassen.

Hintergrund für die Einführung der Masern-Impfpflicht sind Impflücken, die einer Ausrottung der Krankheit noch im Wege stehen. Nach Daten, die das RKI im vergangenen Jahr vorlegte, haben zwar 97,1 Prozent der Schulanfänger bundesweit die erste Impfung bekommen, aber bei der entscheidenden zweiten Impfung wird auf Bundesebene die gewünschte Impfquote von 95 Prozent noch immer nicht erreicht. In Berlin waren 92,6 Prozent der Schulanfänger 2017 zweifach geimpft. Die Masern-Fallzahlen schwanken von Jahr zu Jahr stark. Berlin hatte zuletzt 2015 mit einem großen Ausbruch mit mehr als 1200 Fällen zu kämpfen.

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