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Lahmanns Sanatorium
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Mandelmilch nährt die Prominenz

Im »Weißen Hirsch« in Dresden traf sich einst die High Society. Die holistsichen Therapie- und Präventionsmethoden von Dr. Lahmann waren zwar in Mode – doch nicht unbedingt jedermanns Sache, wie Schriftstücke zeigen.
AutorHeiner Barz
Datum 10.09.2026  13:30 Uhr

Essen aus »Vogelnäpfen«

Von Rainer Maria Rilke ist im März 1905 eine Begegnung mit Gräfin Luise Schwerin dokumentiert, deren Andenken er nach ihrem Tod das Gedicht »Todes-Erfahrung« widmete. Auch entstand in der Heilanstalt eine Zeichnung der lettischen Malerin Anna Schewitz-Hellmann, die Rilke ganz im Stil der Zeit porträtierte.

Darüber hinaus ist bekannt, dass die seit ihrem Bestseller »Das Jahrhundert des Kindes« (1902) berühmte schwedische pädagogische Reformerin und Schriftstellerin Ellen Key (1849-1926) im »Weißen Hirsch« einen Vortrag über den damals noch kaum berühmten Rilke hielt. Er war dankbar, wie ein Briefwechsel zeigt: »die Kur ist theuer und ich fühle, wie ich sie brauche. … Dafür kam nun dieses Geld und that mir unsäglich wohl.«

Kurt Tucholsky verarbeitete seine Dresdner Sanatoriumserfahrungen unter seinem Pseudonym Peter Panter. Lahmanns Therapie, die auf Selbstbeherrschung, Disziplin und Verzicht aufbaute, war offenbar nicht jedermanns Sache: »Alles haben sie mir verboten: Schmalz und Gänsebutter und Kalbsgrieben und Zucker und Brot und Suppe und Wein und Aal und alles –; mein Essen wird in kleinen Vogelnäpfen serviert, und morgens beim Masseur stoße ich schon immer den Atem aus, damit ich leichter scheine; bald bin ich gar nicht mehr vorhanden, dann wiege ich minus drei Pfund und bekomme beim Weggang vom Sanatorium noch etwas heraus . . . Alles haben sie mir verboten. Ich nähre mich von Luft, Musik und Liebe.«

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