| Melanie Höhn |
| 26.02.2026 16:20 Uhr |
Über die nötigen politischen Rahmenbedingungen, damit Therapien nicht zu spät bei den Patientinnen ankommen, sprachen die Bundestagsabgeordneten Lina Seitzl (SPD) und Maria-Lena Weiss (CDU). Seitzl machte deutlich, dass das Thema Bürokratieabbau eine wichtige Rolle spiele, damit klinische Studien auch schnell in die Umsetzung kommen und Patientinnen und Patienten zügig erreichen. Auch das Thema Gesundheitsdaten sei von zentraler Bedeutung, diese würden der Forschung beispielsweise durch das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) anonymisiert zugänglich gemacht. Zudem forderte sie den Ausbau der Vernetzungsstrukturen von Grundlagenforschung bis hin zur Anwendung.
Maria-Lena Weiss sprach zwar von einer »sehr guten Versorgungslage« beim Thema Brustkrebs, dennoch müssten einzelne Stellschrauben noch optimiert werden. »Wenn man sich die Zahlen der klinischen Studien anschaut, dann merkt man, dass da ein Rückgang ist.« Kliniken würden von großem Aufwand und Bürokratie berichten, was solche Studien angehe. Zudem müsse betroffenen Frauen, vor allem im ländlichen Raum, eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden, beispielsweise ein Zugang zu einem zertifizierten Zentrum – denn nicht jede Klinik könne die richtige Behandlung bereitstellen. Hier spiele auch das Thema Telemedizin eine wichtige Rolle, um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Sie forderte zudem, dass Krankenkassen, Schulen und Ärztinnen und Ärzte mehr einbezogen und ein Stück weit sensibilisiert werden.
Karin Maag vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) räumte ein, dass das Gesundheitswesen Probleme habe und erklärte: »Empathie auf Rezept wird es nicht geben«. Dennoch sei Deutschland »unfassbar schnell« bei der Zulassung von Medikamenten im Vergleich zu anderen Ländern. »Wenn ein Krebsmedikament zugelassen ist, sind wir im Schnitt nach 40 Tagen damit in der Versorgung.« Zudem werde in Disease-Management-Programmen nach neuestem Forschungsstandard behandelt. Bei schweren Fällen greife die ambulant spezialfachärztliche Versorgung. Das Problem laut Maag: Dies werde zu wenig angenommen und sei zu wenig vermittelt. Ein Ansatzpunkt sei, dass sich die Krankenversicherung durch die elektronische Patientenakte (ePA) inzwischen auch die Daten der Versicherten anschauen könne. Hier werde ersichtlich, wie der Versicherte tatsächlich versorgt sei. »Das muss zielorientiert gemacht werden. Dann kommen wir weiter.«
Einig waren sich die Diskussionsteilnehmerinnen, dass eine Überarbeitung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) nötig ist. »Wir brauchen eine angepasste Gesetzgebung an extremen Fortschritt«, so Maag. Insbesondere im Bereich der Krebsmedizin sei man nicht mehr im Bereich der Studien mit 1000 Teilnehmern. »Wenn wir personalisierte Medizin anschauen, dann haben wir in Deutschland fünf Menschen mit gleichen ähnlichen Voraussetzungen, da können wir keine weltweite Studie machen.« Die Überarbeitung sei für den G-BA ein relevantes Thema, an dem möglichst weitergearbeitet werde. Die CDU-Abgeordnete Weiss versprach, dass der Gesetzentwurf vor oder nach der Sommerpause auf dem Tisch liegen soll.