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Europa

Luft wird besser – aber noch nicht gut genug

Vor allem städtische Gebiete betroffen

Legt man die WHO-Werte zugrunde, dann müssen vor allem städtische Bevölkerungen weiter mit zu hohen Schadstoffbelastungen klarkommen. Drei von vier EU-Bürgern in urbanen Gebieten sind laut EEA einer Feinstaubbelastung oberhalb der WHO-Empfehlung ausgesetzt. Beim Ozon ist es so gut wie jeder Stadtbewohner.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht insgesamt einen positiven Trend - rief jedoch insbesondere die Autobranche auf, ihrer Verantwortung für die Luftqualität besser gerecht zu werden. «Grenzwerte für Luftschadstoffe wirken, und sie retten Menschenleben. Es ist deshalb richtig, dass die EU die Standards weiter bessert, denn noch immer müssen viel zu viele Menschen gefährlich schlechte Luft atmen», so Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup. «Wenn nun ausgerechnet die Autoindustrie gegen bessere Grenzwerte wettert, ist das zynisch. Schließlich hat diese Branche über Jahre bei Abgaswerten betrogen und so schon vor Corona die Lungen von Millionen Menschen geschädigt.»

Apropos Covid-19: Die Pandemie und mit ihr verbundene Lockdowns haben laut EEA für eine bessere Luftqualität gesorgt. Manche Schadstoffe hätten sich vorläufigen Daten zufolge in vielen europäischen Ländern um bis zu 60 Prozent verringert. Die Stickstoffdioxid-Konzentration im April 2020 während der ersten Hochphase der Corona-Krise sei etwa in Deutschland um 31 Prozent geringer gewesen als erwartet – in Ländern mit weitreichenden Lockdowns wie Spanien, Frankreich und Italien waren diese Verringerungen noch deutlich stärker.

Auf dem Weg zu einer besseren Luft hält die EEA die weitere Umsetzung von Umwelt- und Klimamaßnahmen für einen Schlüsselfaktor. Um die Gesundheit der Menschen in Europa und auch die Umwelt vollständig zu schützen, müsse man die Luftverschmutzung weiter verringern und die Qualitätsstandards stärker an die Empfehlungen der WHO anpassen, wurde Umweltkommissar Sinkevicius von der EU-Behörde zitiert. 

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