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Umfrage
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Lieferengpässe kosten Ärzte 30 bis 45 Minuten pro Wirkstoff

Hämatologie und Onkologie, Psychiatrie, Nephrologie und Allgemeinmedizin – diese Disziplinen brauchten zuletzt am meisten Zeit, um Lieferengpässe zu lösen. Eine neue Untersuchung zeigt zudem erneut die Diskrepanzen zwischen offiziellen und erlebten Lieferengpässen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 07.08.2026  16:20 Uhr
Am häufigsten problembereitend: Penicillin, Amoxicillin und Lorazepam

Am häufigsten problembereitend: Penicillin, Amoxicillin und Lorazepam

Die größten Probleme allgemein machten nach Angaben der Befragten die beiden Antibiotika Penicillin V und  Amoxicillin mit oder ohne Clavulansäure sowie Lorazepam, wobei beispielsweise die Onkologen auch mit Tamoxifen und die Kinderärzte mit Ibuprofen zeitweise große Probleme hatten.

Die von den Umfrageteilnehmern berichteten Arzneimittelengpässe stimmten nicht unbedingt mit den offiziellen Meldungen zu Arzneimittelengpässen überein. Hier müsse dringend nachgebessert werden, so ein zentraler Schluss der Autoren.

»Die Ermittlung bestimmter kritischer Arzneimittel, bestimmter Fachbereiche und definierter Faktoren, die einen hohen Zeitaufwand verursachen, bietet Ansatzpunkte für Verbesserungen. Darüber hinaus ist eine genaue Meldung von Arzneimittelengpässen durch die zuständigen Behörden wichtig.«

Eine in die Praxisverwaltungssoftware und Krankenhausinformationssysteme integrierte Online-Prüfung der Verfügbarkeit von Arzneimitteln könne möglicherweise den zusätzlichen Aufwand verringern, insbesondere beim Anrufen der Apotheke und beim Ändern von Rezepten.

Was können Ärzte selbst gegen Lieferengpässe tun?

Zudem könnte die Förderung einer umsichtigeren Verschreibungspraxis dazu beitragen, die wahrgenommenen Engpässe zu verringern; ebenso eine rationalere Verordnung. Auch könnten jeweilige Expertengruppen Alternativlisten oder Listen unverzichtbarer Arzneistoffe erarbeiten, wie dies einige Fachbereiche auch getan haben. Die Autoren nennen hier die Empfehlungen der Kinder- und Jugendärzte für eine Antibiotikatherapie sowie die Liste essenzieller Medikamente der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.

»Mit einem Konsens über unentbehrliche Arzneimittel wird die Beschaffung ausreichender Mengen dieser Arzneimittel für alle Beteiligten – zum Beispiel Pharmaunternehmen, Bundesbehörden, Krankenhäuser, Ärzte, Krankenkassen und Apotheken – transparenter und einfacher«, postuliert das Autorenduo. Es werde auch bereits an Modellierungen gearbeitet, um die voraussichtlich benötigten Medikamente und Mengen besser zu kalkulieren.

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