| Daniela Hüttemann |
| 07.08.2026 16:20 Uhr |
Die größten Probleme allgemein machten nach Angaben der Befragten die beiden Antibiotika Penicillin V und Amoxicillin mit oder ohne Clavulansäure sowie Lorazepam, wobei beispielsweise die Onkologen auch mit Tamoxifen und die Kinderärzte mit Ibuprofen zeitweise große Probleme hatten.
Die von den Umfrageteilnehmern berichteten Arzneimittelengpässe stimmten nicht unbedingt mit den offiziellen Meldungen zu Arzneimittelengpässen überein. Hier müsse dringend nachgebessert werden, so ein zentraler Schluss der Autoren.
»Die Ermittlung bestimmter kritischer Arzneimittel, bestimmter Fachbereiche und definierter Faktoren, die einen hohen Zeitaufwand verursachen, bietet Ansatzpunkte für Verbesserungen. Darüber hinaus ist eine genaue Meldung von Arzneimittelengpässen durch die zuständigen Behörden wichtig.«
Eine in die Praxisverwaltungssoftware und Krankenhausinformationssysteme integrierte Online-Prüfung der Verfügbarkeit von Arzneimitteln könne möglicherweise den zusätzlichen Aufwand verringern, insbesondere beim Anrufen der Apotheke und beim Ändern von Rezepten.
Zudem könnte die Förderung einer umsichtigeren Verschreibungspraxis dazu beitragen, die wahrgenommenen Engpässe zu verringern; ebenso eine rationalere Verordnung. Auch könnten jeweilige Expertengruppen Alternativlisten oder Listen unverzichtbarer Arzneistoffe erarbeiten, wie dies einige Fachbereiche auch getan haben. Die Autoren nennen hier die Empfehlungen der Kinder- und Jugendärzte für eine Antibiotikatherapie sowie die Liste essenzieller Medikamente der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.
»Mit einem Konsens über unentbehrliche Arzneimittel wird die Beschaffung ausreichender Mengen dieser Arzneimittel für alle Beteiligten – zum Beispiel Pharmaunternehmen, Bundesbehörden, Krankenhäuser, Ärzte, Krankenkassen und Apotheken – transparenter und einfacher«, postuliert das Autorenduo. Es werde auch bereits an Modellierungen gearbeitet, um die voraussichtlich benötigten Medikamente und Mengen besser zu kalkulieren.