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Typ-2-Diabetes
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Lebensstiländerung kann Blutwerte normalisieren

Immer mehr Menschen unter 45 Jahren erkranken an Typ-2-Diabetes. Behandelt man die Erkrankung früh mit einem Bewegungsprogramm und einer niedrigkalorischen Diät, erreicht über die Hälfte der Patientinnen und Patienten eine Remission, zeigt eine Studie.
AutorKontaktLina Müller
Datum 23.10.2026  15:00 Uhr

Typ-2-Diabetes in jungen Jahren lässt sich noch in Remission bringen. In einer kanadischen Studie konnten 54 Prozent der Personen mit Typ-2-Diabetes die Erkrankung mit einem Sportprogramm und einer niedrigkalorischen Diät zurückdrängen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Erstautorin Professor Dr. Kaberi Dasgupta von der McGill University in Montreal im Fachjournal »The Lancet«.

Die 96 Teilnehmenden der Studie waren zwischen 18 und 45 Jahren alt. Sie hatten einen mittleren Body-Mass-Index von 35 kg/m² und waren mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert, der nicht mit Insulin behandelt wurde. Die Forschenden teilten randomisiert 50 Personen in eine Interventionsgruppe und 46 Personen in eine Kontrollgruppe ein. Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe durften dabei zwölf Wochen lang nur 800 bis 900 kcal täglich zu sich nehmen. In zwölf anschließenden Wochen stiegen sie nach einer individuellen Ernährungsberatung auf eine gewichtserhaltende Ernährung um.

Zusätzlich stand Sport auf dem Programm: Die Interventionsgruppe absolvierte zweimal wöchentlich eine Stunde Krafttraining und Ausdauersport zu gleichen Teilen. Eine dritte Ausdauereinheit sollten sie auf Grundlage einer sportphysiologischen Anleitung eigenständig durchführen. Die Personen in der Kontrollgruppe erhielten ihre übliche Versorgung durch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

Blutzuckerwert und Gewicht sinken

Nach 24 Wochen erreichten 54 Prozent der Interventionsgruppe und 4 Prozent der Kontrollgruppe eine Remission. Eine Remission war dadurch definiert, dass die Personen auch ohne Einnahme von Antidiabetika über zwölf Wochen hinweg einen HbA1c-Wert von weniger als 6,5 Prozent hatten. Die Teilnehmenden der Interventionsgruppe setzten, wenn möglich, alle blutzucker- und blutdrucksenkenden Medikamente zu Beginn der Intervention ab. Da die Kontrollgruppe die bestehende Medikation nicht strukturiert absetzte, könnte die Remission in dieser Gruppe schwerer erreichbar gewesen sein.

Die Interventionsgruppe verlor im Schnitt 8,4 Kilogramm Körpergewicht, davon waren durchschnittlich 6,7 Kilogramm Fettmasse. Zum Vergleich: Bei der Kontrollgruppe waren das im Mittel 1,2 beziehungsweise 0,5 Kilogramm. Die Körperzusammensetzung ermittelten die Forschenden mithilfe der Dual-Energy-X-ray-Absorptiometrie und der Magnetresonanz-Tomografie. Bei dem Muskelvolumen und der fettfreien Masse fanden die Forschenden keine deutlichen Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Vollständig an den abschließenden Tests nahmen 86 Personen teil.

Remission besser durch strukturierte Unterstützung

»Unser Fokus lag auf jüngeren Menschen mit Typ-2-Diabetes im Frühstadium, die keine Insulintherapie benötigten und an Adipositas litten«, schreiben die Forschenden. Inwieweit diese Ergebnisse auf andere Patientengruppen mit Typ-2-Diabetes verallgemeinert werden können, sei unklar. Zudem sei möglich, dass die Remission nicht aufrechterhalten werden könne, sobald die strukturierte Unterstützung wegfalle.

Die steigenden Zahlen von jungen Menschen, die an Typ-2-Diabetes erkranken, geben Anlass für einen Paradigmenwechsel. Die Forschenden fordern, Behandlungen neu zu bewerten, Ernährungs- und Bewegungsinterventionen zu fördern und mehr zu ihrem Ansatz zu forschen.

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