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Gemüse vor Kohlenhydraten
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Meal Sequencing differenziert betrachtet

Wer zunächst Gemüse oder Salat und erst anschließend kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Reis, Brot oder Kartoffeln isst, kann zumindest teilweise den anfänglichen Anstieg der Blutglucose- und Insulinkonzentration abschwächen. Zu diesem Ergebnis kommt eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 09.10.2026  13:30 Uhr

Ein Forschungsteam um Katharina Kampmann-Gongoll vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf wertete 18 randomisierte kontrollierte Studien aus, in denen die Auswirkungen einer festgelegten Verzehrreihenfolge auf den Glucosestoffwechsel analysiert worden waren. Die Ergebnisse dieser Analyse publizierten die Forschenden jetzt im Fachjournal »Clinical Nutrition«.

Im Mittelpunkt stand das sogenannte Meal Sequencing, also die Reihenfolge, in der Lebensmittel während einer Mahlzeit verzehrt werden, und konkret der Verzehr von Gemüse vor kohlenhydratreichen Lebensmitteln.

Die analysierten Studien wurden zwischen 2010 und 2025 veröffentlicht und überwiegend in asiatischen Ländern durchgeführt, insbesondere in Japan. Die Probanden in den Studien waren meist junge, stoffwechselgesunde Erwachsene. Nur wenige Studien schlossen Personen mit Prädiabetes oder manifestem Typ-2-Diabetes ein. Für die quantitative Auswertung der postprandialen Glucosewerte standen Daten von 278 Teilnehmern aus 15 Studien zur Verfügung, für die Insulinwerte Daten von 143 Teilnehmern aus zehn Studien.

Die Ergebnisse sprechen zunächst für einen günstigen Einfluss der Verzehrreihenfolge auf die frühe postprandiale Stoffwechselantwort. 30 Minuten nach der Mahlzeit lag die Blutglucosekonzentration in den Interventionsgruppen durchschnittlich um 1,21 mmol/l beziehungsweise rund 22 mg/dl niedriger als in den Kontrollgruppen. Nach 60 Minuten betrug die mittlere Differenz noch 0,52 mmol/l, entsprechend etwa 9 mg/dl. Auch die Insulinkonzentrationen waren zu diesen Zeitpunkten signifikant reduziert, um durchschnittlich 13,14 µU/ml nach 30 Minuten und um 12,03 µU/ml nach 60 Minuten.

Allerdings kehrte sich dieser Effekt im weiteren Verlauf teilweise um. Nach 120 Minuten lagen die Glucosewerte in den Interventionsgruppen durchschnittlich um 0,24 mmol/l beziehungsweise rund 4 mg/dl über denen der Kontrollgruppen. Gleichzeitig waren die Insulinkonzentrationen um 7,10 µU/ml erhöht.

Die Ergebnisse deuten somit darauf hin, dass der Gemüseverzehr vor den Kohlenhydraten vor allem die frühe postprandiale Glucose- und Insulinantwort verändert. Über den gesamten zweistündigen Beobachtungszeitraum betrachtet waren die Flächen unter den Konzentrations-Zeit-Kurven für Glucose und Insulin allerdings ebenfalls reduziert. Die klinische Bedeutung dieser Veränderungen ist bislang nicht geklärt.

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