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Demenzrisiko
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Lebensstil wirkt sich schon in jungen Jahren aus

Der Lebensstil beeinflusst die Denkleistung über die gesamte Lebensspanne hinweg. Neue Studiendaten legen nahe, dass eine ungesunde Lebensweise bereits in jüngeren Jahren mit einer verringerten Kognition sowie im Alter mit einem höheren Demenzrisiko assoziiert ist.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 09.06.2026  18:00 Uhr

Wie beeinflussen Lebensstilfaktoren die kognitive Leistungsfähigkeit im Lauf des Lebens? Und macht sich ein ungesunder Lebensstil bereits in jungen Jahren bemerkbar? Diesen Fragen ging ein Team um Professor Dr. Susanne Röhr von der Universität Leipzig nach. Dazu wertete es Daten von rund 150.000 Teilnehmenden der NAKO-Gesundheitsstudie aus. Dabei handelt es sich um Deutschlands größte Kohortenstudie, bei der rund 200.000 Menschen, die zu Beginn der Studie zwischen 20 und 69 Jahren waren, wiederholt zu ihren Lebensumständen und ihrer Krankheitsgeschichte befragt und medizinisch untersucht werden.

Das Team um Röhr analysierte, wie veränderbare Lebensstilfaktoren bei Erwachsenen zwischen 20 bis 75 Jahren abhängig von Geschlecht und sozialem Status mit der kognitiven Leistungsfähigkeit zusammenhängen. Dabei zeigte sich, dass auch bei jungen Erwachsenen ein ungesunder Lebensstil mit geringerer kognitiver Leistungsfähigkeit verbunden ist. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal »Alzheimer’s & Dementia« publiziert.

Den Lebensstil bewerteten die Forschenden mithilfe des Lifestyle for Brain Health (LIBRA)-Scores. Dieser berücksichtigt beeinflussbare Demenz-Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel, Depression, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes. Je höher der Score, desto höher ist das Demenzrisiko.

Risikoprofile ändern sich im Verlauf

Ein ungesunder Lebensstil war in allen Altersgruppen signifikant mit einer geringeren kognitiven Leistung assoziiert. Die Hauptrisikofaktoren unterschieden sich jedoch nach den Altersgruppen. Bei jüngeren Menschen fielen Rauchen, Bewegungsmangel und depressive Symptome stärker ins Gewicht, bei älteren Menschen vor allem Bluthochdruck, Herzkrankheiten und erhöhte Blutfette. Neu war für die Forschenden dabei die Erkenntnis, dass schon bei jüngeren Erwachsenen zwischen 20 und 39 Jahren ein Zusammenhang zwischen Risikofaktoren und schlechterer Kognition nachweisbar war.

Unterschiede im Lebensstil beziehungsweise Risikoprofil (LIBRA-Score) zeigten sich auch zwischen den Geschlechtern und in Bezug auf den sozioökonomischen Status. Ein niedriger sozioökonomischer Status ging insgesamt sowohl mit höheren LIBRA-Werten als auch mit schlechterer kognitiver Leistung einher. Auf Basis der Modellschätzungen fielen die Effekte gegenüber einem hohen sozioökonomischen Status teilweise um rund 10 bis 30 Prozent stärker aus.

Männer wiesen durchgängig höhere LIBRA-Werte auf und damit mehr modifizierbare Risikofaktoren. Bei Frauen »übersetzten« sich die Risikofaktoren jedoch teilweise deutlicher in messbare kognitive Unterschiede – insbesondere bei solchen mit niedrigem sozioökonomischem Status. Diese Effekte zeigten sich konsistent über alle Altersgruppen hinweg, auch bereits im jungen Erwachsenenalter.

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