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Zytostatika-Verträge
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LAV schreibt an Gesundheitsminister Hildebrand

In einem Brief an den baden-württembergischen Gesundheitsminister warnt der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) vor der geplanten Wiedereinführung apothekenbezogener Ausschreibungen für Zytostatika. Die bestehenden Strukturen »dürfen nicht durch ein Ausschreibungssystem gefährdet werden«, schreibt der Verband. 
AutorKontaktPZ
Datum 02.10.2026  15:00 Uhr

LAV zweifelt an Einsparungen 

Tatsächlich zählen Zytoverträge auch zu den Empfehlungen der »Finanzkommission Gesundheit«. Demnach ließen sich damit bis zu 200 Millionen Euro einsparen. Anfang des Jahres hatte die Kommission 66 Empfehlungen vorgestellt, um Einsparungen bei der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) zu erreichen.

Doch LAV zweifelt daran: »Seitdem wurden aber mit dem Schiedsspruch zur Hilfstaxe vom 9. September 2026 die Abrechnungspreise zahlreicher Wirkstoffe abgesenkt.« Nach Berechnungen des Verbandes der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker sollen allein daraus ab dem 1. Oktober 2026 Einsparungen von mehr als 160 Millionen Euro jährlich entstehen. Hinzu kämen bereits bestehende Rabattverträge der Krankenkassen.

Ebenfalls kritisch sieht der Verband den engen Zeitplan des Gesetzgebungsverfahrens. Eine mündliche Anhörung zu den geplanten Änderungsanträgen soll bereits am 7. Oktober stattfinden.

Zytostatika-Ausschreibungen seit 2017 abgeschafft

Exklusivverträge zwischen Kassen und einzelnen Apotheken in der Zytostatika-Versorgung gab es bereits ab 2011, verstärkt ab 2015, nachdem das Bundessozialgericht die Rechtmäßigkeit der Ausschreibungen explizit bestätigt hatte. Die Folgen für die Versorgungslandschaft und die Wahlfreiheit der Patienten wurden dagegen auch von der Politik kritisch gesehen, sodass die Zyto-Verträge mit dem GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz im Jahr 2017 wieder abgeschafft wurden.

»Ein Instrument, das 2017 aus guten Gründen wieder abgeschafft wurde, sollte nicht unter Zeitdruck und auf Basis überholter Einsparannahmen erneut eingeführt werden«, sagt Zambo. Der Verband hat Sozialminister Hildenbrand gebeten, die Auswirkungen fachlich prüfen zu lassen und die Position Baden-Württembergs in die Beratungen auf Bundesebene einzubringen.

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