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Gesundes Altern
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Kulturelle Aktivität wirkt wie Sport

Kino, Museum, Theater – wer sich kulturell engagiert, stärkt nicht nur seine sozialen Kontakte, sondern drosselt auch das Tempo physiologischer Alternsprozesse, wie eine japanische Studie zeigt. Die Effekte lassen sich sogar mit denen körperlicher Aktivität vergleichen.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 16.07.2026  07:00 Uhr

Kino, Museum, Theater – wer sich kulturell engagiert, stärkt nicht nur seine sozialen Kontakte, sondern drosselt auch das Tempo physiologischer Alternsprozesse, wie eine japanische Studie zeigt.

Kulturelles Engagement könnte den Blutdruck und andere Gesundheitsindikatoren verbessern und damit das physiologische Altern verlangsamen. Zu diesem Schluss kommt eine Beobachtungsstudie um Dr. Yusuke Matsuyama, außerordentlicher Professor an der Medizinischen und Zahnmedizinischen Universität Tokio.

Bekannt ist, dass Aktivitäten wie Kino-, Museums- oder Theaterbesuche bei älteren Erwachsenen sowohl mit mehr Wohlbefinden als auch mit einer besseren Gesundheit zusammenhängen. Doch wie wirken sich kulturelle Ausflüge auf das physiologische Altern aus?

Eine japanische Längsstudie, die im Fachjournal »Epidemiology and Community Health« erschienen ist, hat genau das untersucht. Die Forschenden analysierten Daten von rund 1900 Erwachsenen aus dem Vereinigten Königreich im Alter von 50 Jahren oder älter. Den Altersindex berechneten sie anhand von zehn Markern: Pulsdruck, diastolischer Blutdruck, forciertes Exspirationsvolumen, Hämoglobinkonzentration, Fibrinogen, glykiertes Hämoglobin, LDL-Cholesterin, Body-Mass-Index (BMI), Griffkraft und Gehgeschwindigkeit.

31 Tage jünger

Das kulturelle Engagement erfasste das Team über einen Fragebogen. Die Teilnehmenden gaben an, wie häufig sie etwa ein Konzert, eine Kunstgalerie oder die Oper besuchten. Die Skala reichte von 0 (geringstes Engagement) bis 15 (höchstes Engagement).

Es zeigte sich: Personen, die alle paar Monate oder häufiger ins Kino, Museum oder Theater gingen, hatten im Schnitt ein physiologisches Alter von 66,9 Jahren – drei Jahre weniger als Menschen mit geringerem kulturellen Engagement.

Insbesondere Frauen, Personen mit höherem sozioökonomischem Status, in bezahlter Beschäftigung oder besserem Gesundheitszustand gehörten zur Gruppe der kulturell aktiven Personen.

Ein um einen Punkt höherer Wert beim kulturellen Engagement ging mit einem um 31 Tage niedrigeren physiologischen Alter einher – bereinigt nach Haushaltseinkommen, Erwerbstätigkeit und chronischen Erkrankungen.

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