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Psychoonkologie
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Krebs bei Kindern

Die Krebserkrankung eines Kindes ist für Betroffene und Angehörige mit einem hohen Leidensdruck verbunden. Die psychoonkologische Begleitung in dieser Extremsituation gilt heute als Teil der Standardtherapie.
AutorKontaktEvelyn Griep
Datum 24.05.2020  08:00 Uhr

Akut- und Nachsorge

Gilt die Akutversorgung als abgeschlossen, beginnt die medizinische und psychosoziale Nachsorge. Der Zeitpunkt hängt vom Krankheitsbild und den damit einhergehenden Behandlungen ab. Leitliniengemäß sollten schon »in der Akutklinik eine psychosoziale Abschlussdiagnostik und Beratung den Übergang in die Nachsorge unterstützen.« Wer sich für eine ambulante Nachsorge entscheidet, kann sich an Krebsberatungsstellen, Akutkliniken, Elternvereine oder onkologische Fachberatungsstellen wenden (hilfreiche Kontaktadressen siehe Kasten).

Ob in Bad Oexen, Berlin-Brandenburg, Tannheim, Katharinenhöhe oder Westerland auf Sylt: Die stationäre Nachsorge für Familien, auch familienorientierte Rehabilitation genannt, ist derzeit an fünf Rehabilitationskliniken in Deutschland möglich. Die psychosoziale Nachsorge gilt als elementarer Bestandteil der Krebsbehandlung. Sie unterstützt die Familien in der Bewältigung der Spätfolgen der Krebserkrankung und hilft dieser, sich der neuen Lebenssituation zu stellen. Denn: Die psychische Verarbeitung setzt oft erst nach dem Ende aller Intensivmaßnahmen ein.

»Wenn die Akutbehandlung vorbei ist, müssen Familien sich mit dem auseinandersetzen, was da war. Und schauen, was sie an Federn gelassen haben«, unterstreicht Zimmermann. Oft kämen Angst und Panik, die während der Akuttherapie erfolgreich verdrängt wurden, erst jetzt hoch. »Das sollte professionell aufgefangen werden«, betont die Psychoonkologin.

Trotz zahlreicher Angebote gelte es in der Gesellschaft noch immer als Tabu, sich in seelischer Not psychologische Unterstützung zu holen. Apotheker, so Zimmermann, können mit zum Abbau dieser Tabus beitragen, indem sie auf regionale Angebote psychologischer Unterstützung hinweisen und Flyer von Beratungsstellen auslegen. Die Einflussmöglichkeiten der Apotheker als Respekt- und Vertrauenspersonen dürfe man auch in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen.

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