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ADKA-Posterrundgang
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Krankenhausapotheker teilen Best-Practice-Beispiele

Die Posterausstellung mit insgesamt 81 Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis zählte zu den Highlights beim diesjährigen wissenschaflichen Kongress der ADKA. Bei einem geführten Rundgang konnten sich die Kongressteilnehmenden näher über ausgewählte Poster informieren und direkt mit den Erstautoren austauschen.
AutorKontaktVerena Schmidt
Datum 15.06.2026  12:15 Uhr

Lena Wöbbeking von der Krankenhausapotheke des Klinikums Kassel etwa präsentierte die Entwicklung eines klinikweiten Glucocorticoid-Reduktionsschemas (Poster Nr. 80). Da bei längerer Therapiedauer und Wegfall der Indikation das Risiko einer Nebenniereninsuffizienz besteht, muss die Dosis des Glucocorticoids schrittweise reduziert werden. Wie genau das im Einzelfall erfolgt, unterscheidet sich von Patient zu Patient. Eine von Wöbbeking entwickelte Arbeitshilfe soll das individuelle Ausschleichen sektorenübergreifend unterstützen und so die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen.

Erst ab einer Therapiedauer von drei bis vier Wochen sei ein Ausschleichen erforderlich, erläuterte Wöbbeking. Hohe Dosen könnten zunächst rascher reduziert werden, während im Niedrigdosisbereich kleinere und langsamere Reduktionsschritte sowie ein regelmäßiges klinisches Monitoring notwendig seien. Zudem könne der Wechsel auf ein Glucocorticoid mit günstigeren pharmakokinetischen Eigenschaften, etwa Prednisolon oder Hydrocortison, die Therapie besser steuerbar machen und eine frühzeitige Intervention bei Nebennierenkrisen ermöglichen.

Theda Poppinga vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf stellte auf einem Poster ihre Analyse und Einstufung zu Paravasaten bei zielgerichteten Tumortherapeutika vor (Poster Nr. 20). Gelangen Zytostatika bei der intravenösen Gabe in das umliegende Gewebe, können sie dort schwere Schäden verursachen. Während klassische Zytostatika meist anhand ihres Schädigungspotenzials kategorisiert werden können, ist das Risiko bei neueren zielgerichteten Therapeutika wie monoklonalen Antikörpern häufig noch unklar.

Poppinga berichtete, wie sie die verfügbare Literatur zusammengefasst und bewertet hat – ihre daraus entwickelte Einteilung nach dem Ampelprinzip ermöglicht in der zeitkritischen Situation eines Paravasats eine schnelle Risikoeinschätzung.

Die Posterausstellung ist auch virtuell auf der ADKA-Website abrufbar.

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