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Mechanisch, chemisch, physikalisch

Kopfläusen den Garaus machen

Pyrethrumblütenextrakt aus Chrysanthemen (Goldgeist® forte) enthält verschiedene insektizide Verbindungen. Sie verlängern die Öffnungszeit spannungsabhängiger Natriumkanäle. Dies führt zu einer sensorischen Übererregbarkeit bei den Kopfläusen, zu Koordinationsstörungen und letztlich zu einer Erschöpfung und zum Tod der Parasiten. Angewendet wird Goldgeist forte in trockenem Haar, in das es gleichmäßig einmassiert wird. Die Einwirkzeit beträgt 30 bis 45 Minuten.

Auf einen Handtuchturban sollen die Anwender dabei verzichten, damit das Mittel nicht von diesem aufgesaugt wird. Nach der Einwirkzeit wird das Mittel mit warmem Wasser ausgespült. Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf es nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Nicht angewendet werden darf es unter anderem auf geschädigter Haut.

Permethrin (Infectopedicul®) stellt ein synthetisches Pyrethroid dar. Es darf bei Kindern ab dem zweiten Lebensmonat (nur unter ärztlicher Aufsicht) und bei Erwachsenen angewendet werden. Es wird gleichmäßig in das gewaschene, nur noch leicht feuchte Haar einmassiert. Nach einer Einwirkzeit von 30 bis 45 Minuten (kein Handtuchturban) wäscht man es mit klarem, warmem Wasser aus und kämmt dann das Haar mit einem Läusekamm. In den ersten drei Tagen nach der Behandlung sollte das Haar nicht mit Shampoo gewaschen werden. Während der Schwangerschaft sollte das Mittel nicht angewendet werden, stillende Mütter sollten nach der Anwendung drei Tage lang nicht stillen. Das Mittel enthält Alkohol und ist brennbar.

Bereits seit einigen Jahren beobachtet man Resistenzen gegen diese Wirkstoffe. Aber auch Fehlanwendungen können zu unwirksamen Behandlungen führen. Häufige Fehler sind:

Physikalisch wirkende Antiläusemittel

Nicht mit Resistenzen ist bei Antiläusemitteln zu rechnen, die auf physikalischem Wege wirken. Dazu gehören die Dimeticone (Etopril®, Nyda®, Jacutin® Pedicul Fluid) und Neemextrakt (Licener®). Sie stellen Medizinprodukte dar. Die Silikonöle dringen in das Tracheensystem der Läuse ein und unterbinden so die Atmung der Parasiten. Neemextrakt soll mit einem ähnlichen Ergebnis die Parasiten umhüllen. Die Produkte werden auf das trockene Haar aufgebracht, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Einwirkzeiten: von zehn Minuten, etwa bei Nyda, bis zu mindestens acht Stunden bei Etopril.

Eine Wirkung auf Läuseeier oder eine Nachwirkung ist laut Deutscher Pediculosis Gesellschaft nicht gegeben; sie rät unabhängig von der jeweiligen Gebrauchsinformation zu einer Wiederholungsbehandlung am achten bis zehnten Tag, um später geschlüpfte Läuse abzutöten. Bei der Anwendung ist zu beachten, dass behandelte Haare leichter entflammbar sind. Zu offenen Flammen, aber auch zu glühenden Gegenständen (Fön!) sollte daher ein gebührender Abstand eingehalten werden.

Ergänzende Hygienemaßnahmen, insbesondere von Polstermöbeln, Kopfstützen oder Plüschtieren, sollten – wenn überhaupt – erst nach der Behandlung infizierter Köpfe erfolgen. Ohne Blutmahlzeit sterben Läuse auch unbehandelt nach spätestens zwei bis drei Tagen ab. Bettwäsche und Handtücher früher als geplant zu wechseln und wie gewohnt bei 60 °C zu waschen, vermindert das Ekelgefühl und das Bedürfnis, sich zu kratzen, das viele bereits beim Gedanken an Kopfläuse befällt.

Keine Empfehlung geben RKI und Pediculosis-Gesellschaft unter anderem diesen Methoden: Todföhnen bei großer Hitze, denn zwischen erforderlicher und zu großer Hitze mit der Gefahr von Hautschäden befindet sich nur ein schmaler Grat. Das gilt auch für Saunagänge, denn Läuse suchen sich dabei möglicherweise Regionen des Kopfes, die durch Schweißbildung stärker gekühlt sind. Auch hier besteht bei zu großer Temperatureinwirkung das Risiko hitzebedingter Nebenwirkungen.

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