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Rückgang in 2019

Knapp 350 Apotheken weniger

In Deutschland gibt es noch 19.075 Apotheken. Der Stand von Ende 2019 entspricht laut ABDA einem Rückgang von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit ist es der höchste Verlust innerhalb eines Jahres.
Jennifer Evans
28.01.2020  10:34 Uhr

Die Zahl der Apotheken ist im vergangenen Jahr um 348 gesunken. Ende 2018 gab es noch 19.423 Apotheken in Deutschland. Der Rückgang ist nach Angaben der ABDA der bislang höchste innerhalb eines Kalenderjahrs. Noch stärker sei jedoch die Anzahl der Apothekeninhaber gefallen, nämlich um 409 auf 14.473 (minus 2,7 Prozent). Als freie Heilberufler dürfen sie einen Apothekenbetrieb mit bis zu drei Filialen unterhalten. Insgesamt liegt die Apothekendichte in Deutschland nun bei 23 Apotheken pro 100.000 Einwohner, im EU-Durchschnitt sind es 31. Grundlage der ABDA-Erhebung bilden die Angaben der Landesapothekerkammern.

»Noch können sich die Patienten in Deutschland auf eine flächendeckende Arzneimittelversorgung verlassen, aber das wird bald vorbei sein, wenn nichts passiert«, so ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Seit nunmehr zwölf Jahren gehe die Zahl der Betriebe zurück. Die Situation werde sich nur stabilisieren können, wenn »die Apotheken mehr Planungssicherheit und einen vernünftigen ordnungspolitischen Korridor bekommen.« Dazu gehören in Schmidts Augen vor allem zwei gesetzgeberische Maßnahmen. Zum einen sind das einheitliche Abgabepreise bei Rx-Arzneimitteln im grenzüberschreitenden Versandhandel – zumindest im Bereich der GKV-Versorgung. Und zum anderen muss mit dem E-Rezept das Makelverbot kommen, um Patienten die freie Apothekenwahl ohne Einfluss kommerzieller Dienstleister zu ermöglichen. Beide Punkte stehen bereits im Gesetzentwurf für das Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG). »Aber dieses Gesetz nutzt erst dann etwas, wenn es auch in den Bundestag eingebracht und beschlossen wird. Dafür wird es jetzt höchste Zeit«, betont Schmidt.

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