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Bericht für Europa
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Klimawandel wirkt sich zunehmend auf Gesundheit aus

Hitze, Mücken, Allergien: Ein neuer Lancet-Bericht zeigt die Folgen die sich verschärfenden Folgen des Klimawandels für Europa.
AutorKontaktdpa
Datum 22.04.2026  10:10 Uhr
Kritik an Subventionen für fossile Energieträger

Kritik an Subventionen für fossile Energieträger

Die Forschenden fanden auch positive Entwicklungen: Beispielsweise erhöhte sich der Anteil erneuerbarer Energien an der gesamten europäischen Stromversorgung im Jahr 2023 auf 21,5 Prozent, verglichen mit 8,4 Prozent im Jahr 2016. Dennoch fließe weiter viel Geld in fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdgas und Erdöl.

»Obwohl sich Europa in mehreren internationalen Foren verpflichtet hat, die Subventionen für fossile Brennstoffe bis 2025 schrittweise abzubauen, wurde für 2023/2024 ein starker Anstieg der Subventionen verzeichnet, der durch die Energiekrise infolge des russischen Einmarsches in die Ukraine ausgelöst wurde«, schreiben die Studienautoren. Ihnen zufolge betrugen die Subventionen 444 Milliarden Euro allein im Jahr 2023.

Mehr Todesfälle durch das Verbrennen von Biomasse

Und auch eine Entwicklung bei den erneuerbaren Energien gibt den Wissenschaftler Anlass zur Sorge: Feste Biomasse machte 31 Prozent des gesamten Verbrauchs erneuerbarer Energien im Jahr 2023 aus. Das Verbrennen von Biomasse wie Holzpellets zählt als erneuerbare Energiegewinnung, weil nur das Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird, das in unserem Zeitalter während des Wachstums aufgenommen wurde. Jedoch werden bei der Verbrennung giftige Substanzen und Feinstaub in die Atmosphäre abgegeben. Die Todesfälle, die auf das Verbrennen von Biomasse in Wohngebäuden zurückzuführen sind, haben dem Report zufolge zwischen 2000 und 2022 um 4 Prozent zugenommen.

Die Forschenden mahnen, die Gesundheitsfolgen des Klimawandels nicht zu unterschätzen. »Immer mehr Länder planen Anpassungsmaßnahmen im Gesundheitsbereich, doch ohne langfristige und verlässliche Finanzierung werden diese Pläne in der Schublade verschwinden, während sich die Auswirkungen weiter verschärfen«, sagt Erstautorin Hedi Kriit vom Universitätsklinikum Heidelberg. Rocklöv betont: »Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, werden darüber entscheiden, ob sich die Gesundheitsfolgen rasch verschärfen oder ob wir uns auf ein sichereres, gerechteres und resilienteres Europa zubewegen.«

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