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Impfwoche

Kinderärzte fordern nationales Impfregister

Wie bekommt man mehr Kinder geimpft? Eine Impflicht steht zur Debatte. Für die Kinder- und Jugendärzte ist aber ein anderer Weg die erste Wahl.
dpa
24.04.2019
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In der Debatte um Masernimpfungen pocht der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte auf die Einführung eines nationalen Impfregisters. Bis ein solches Register existiere, fordere der Verband eine generelle Impfpflicht, sagte Sprecher Hermann Josef Kahl zum Beginn der Europäischen Impfwoche vom 24. bis 30. April. Mit einem Impfregister würde es zum Beispiel automatische Benachrichtigungen geben, dass eine Impfung ansteht. »Das hat dann nicht mehr die Keulenwirkung einer Impfpflicht«, ergänzte Kahl.

Beim Bundesgesundheitsministerium beiße sein Verband mit der Idee eines Registers aber schon seit langem »auf Granit«. Für den Berufsverband sind nicht Impfskeptiker oder Impfgegner das größte Hindernis auf dem Weg zu ausreichend hohen Durchimpfungsraten. »Es ist das Terminmanagement«, betonte Kahl. »Viele Impftermine werden von Eltern vergessen oder ein Kind wird krank. Und dann wird kein neuer Termin vereinbart.« Impfgegner machten dagegen nach Schätzungen des Verbands maximal ein bis zwei Prozent der Bevölkerung aus.

Mit der Idee eines zentralen Impfregisters ist der Ärzteverband nicht allein. Bereits 2016 sprach sich in der Gesundheitsministerkonferenz der Länder eine Mehrheit dafür aus. Denn ein Register könne dazu beitragen, die Impfbereitschaft der Bevölkerung zu verbessern. Auch Mitglieder der Arbeitsgruppe »Impfen als Pflicht?« im Deutschen Ethikrat zeigten sich im Februar aufgeschlossen.

Das Bundesgesundheitsministerium will einzelne Debattenstränge derzeit nicht kommentieren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe bereits in der laufenden Debatte um eine Impfpflicht eigene Vorschläge für die nächsten Wochen angekündigt, sagte eine Sprecherin. Ohne ein Register fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte eine Impfpflicht, unter anderem bei Masern und Röteln vor dem Besuch einer Kita. »Nicht geimpfte Kinder erkranken nicht nur, sie gefährden auch andere. Das halten wir nicht für fair«, sagte Sprecher Kahl.

Spahn hat sich bereits für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen ausgesprochen. Auch einige Bundesländer wollen das auf den Weg bringen. Vor wenigen Tagen sprach sich Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery für eine umfassende Impfpflicht aus. »Alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission heute für Kinder empfiehlt, sollten verpflichtend sein«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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