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Künstliche Intelligenz
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KI vertrauen, aber nicht sich selbst?

Künstliche Intelligenz (KI) kann eine wertvolle Unterstützung sein, um Aufgaben schneller und besser zu lösen. Wer sich jedoch zu sehr auf ihre Antworten verlässt, ohne sie zu hinterfragen, bezahlt dies langfristig möglicherweise mit weniger kreativem Denken und geringerem Vertrauen in eigene Lösungen. Darauf deutet zumindest eine britische Beobachtungsstudie hin.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 27.04.2026  09:00 Uhr

Auf die Art der Nutzung kommt es an

»Das Problem war nicht der Einsatz von KI an sich, sondern das Ausmaß der passiven Akzeptanz. Teilnehmer, die KI nutzten, aber die Oberhand behielten und die Antworten aktiv hinterfragten, zeigten tendenziell mehr Vertrauen in ihre eigene Argumentation«, fasste Baldeo in einer Pressemitteilung der American Psychological Association zusammen. »Der beste Weg, KI zu nutzen, ist, sie zu trainieren – anstatt sich von ihr trainieren zu lassen.«

Für einen bewussten Umgang mit KI gab die Forscherin drei Tipps:

  1. Zuerst versuchen, Probleme selbst zu lösen, bevor man die KI fragt. 
  2. Prompts mindestens zwei- bis dreimal verfeinern, um eine bessere Antwort zu erhalten.
  3. Mindestens zwei bis drei »KI-freie« Tage pro Woche bei der Arbeit beziehungsweise an der Uni einplanen.

»Das potenzielle Langzeitrisiko besteht nicht darin, dass KI Menschen weniger intelligent macht, sondern dass sich einige Nutzer zunehmend der tiefergehenden kognitiven Arbeit entziehen, die neue Ideen hervorbringt«, so Baldeos Fazit. Deshalb sei ein reflektiertes Nutzungsverhalten so wichtig.

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