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E-Rezept und Medikationsplan

KBV spricht sich für zentralen Server aus

Die niedergelassenen Ärzte öffnen sich nach und nach für digitale Angebote wie den E-Medikationsplan und das E-Rezept. Um den Informationsaustausch zwischen Praxen, Apotheken und anderen Leistungserbringern zu erleichtern, schlägt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) einen zentralen Formularserver vor.
Christina Müller
07.11.2019
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Die KBV will den elektronischen Austausch von Dokumenten wie Verordnungen, Überweisungen und Medikationsplänen vorantreiben. Dabei könnte eine zentrale Sammelstelle hilfreich sein, meinen die Kassenärzte-Vertreter. »Um den zukünftig zunehmenden, sinnvollen Formulardatenaustausch insgesamt einfach und einheitlich zu gestalten, bietet sich aus Sicht der KBV für die digitale Kommunikation eine zentrale Instanz, beispielsweise in Form eines Formularservers, an«, schlussfolgert die Bundesvereinigung mit Blick auf die Ergebnisse des heute vorgestellten KBV-Praxisbarometers Digitalisierung.

An der Erhebung nahmen nach Angaben der Kassenärzte insgesamt 2099 vertragsärztliche und psychotherapeutische Praxen teil. Die Daten wurden ergänzt um 35 qualitative Interviews. Den Ergebnissen zufolge würden 36 Prozent der Befragten ihren Patienten gerne anbieten, elektronische Verordnungen, Überweisungen und Bescheinigungen sowie E-Medikationspläne auszustellen. Unter den 1590 Medizinern gaben sogar 48 Prozent an, Medikationspläne in digitaler Form erstellen zu wollen. Bei E-Rezepten, Überweisungen und Bescheinigungen waren es 45 Prozent.

Damit nannten die Ärzte diese beiden Bereiche am häufigsten als Antwort auf die Frage, welche digitalen Anwendungen sie gerne anbieten würden. Auf Platz drei rangiert das Erstellen eines Notfalldatensatzes (30 Prozent insgesamt, 40 Prozent ohne Psychotherapeuten). Den Nutzen für die Patientenversorgung bewerten die ärztlichen Praxen beim E-Medikationsplan am höchsten (69 Prozent sehr hoch oder eher hoch), gefolgt vom Notfalldatensatz (62 Prozent) sowie digitalen Verordnungen, Überweisungen und Bescheinigungen (55 Prozent).

Im Vergleich zum KBV-Praxisbarometer Digitalisierung aus dem Jahr 2018 zeigt sich, dass sich die Ärzte digitalen Lösungen vorsichtig öffnen: Damals wollten lediglich 36 Prozent von ihnen ihren Patienten elektronische Medikationspläne erstellen. 35 Prozent befürworteten digitale Verordnungen und nur 24 Prozent hätten gern Notfalldatensätze angelegt. Somit ist die Zustimmung in allen drei Bereichen um mindestens 10 Prozentpunkte gestiegen. »Der steigende Anteil dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich mit zunehmendem Konkretisierungsgrad der Anwendungen auch deren nutzen klarer zeigt«, kommentiert die KBV.

In anderen Bereichen sind die Ärzte jedoch offenbar noch immer zögerlich, was die Umstellung auf digitale Prozesse betrifft. Während sich einige Praxen zumindest mit ihren Kammern und Verbänden in Teilen elektronisch austauschen, kommunizieren deutlich weniger als 10 Prozent von ihnen überwiegend digital mit Ämtern, Behörden oder Pflegeeinrichtungen. Nach den Apotheken gefragt, gaben lediglich 3 Prozent an, verstärkt auf papierlosen Austausch zu setzen.

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