Im Januar hatte Biontech Curevac gänzlich übernommen. Damals hieß es noch, der Tübinger Standort solle erhalten bleiben. Nun sind Beschäftigte mit neuen und nicht unbedingt rosigeren Zukunftsaussichten konfrontiert. / © Matthias Hangst/Getty Images
Für hunderte Beschäftigte von Curevac zeichnen sich nach der angekündigten Schließung des Standorts tiefgreifende Einschnitte ab. Gleichzeitig laufen die Gespräche über die mögliche Abwicklung des Biotechunternehmens mit Hauptsitz in Tübingen auf Hochtouren.
Eine von der Landesregierung gebildete Taskforce will Infrastruktur und Know-how in der Universitätsstadt sichern und den Mitarbeitenden »eine Perspektive geben und zumindest einen Teil der Top-Talente am Standort halten«, teilte ein Sprecher des Staatsministeriums in Stuttgart mit.
Die Taskforce besteht demnach aus dem Wissenschafts- und dem Wirtschaftsministerium, dem Staatsministerium, der Bundesagentur für Arbeit und der Landesagentur Biopro, die die Gesundheitsindustrie im Südwesten unterstützt. Auch die Stadt Tübingen sei eng in die Gespräche eingebunden.
Der Curevac-Betriebsrat spricht von einem straffen Zeitplan durch die Konzernführung von Biontech in Mainz. Rund zwei Drittel der Arbeitsplätze sollen demnach bereits bis Ende 2026 wegfallen. Ziel sei es, den operativen Betrieb von Curevac zum 31. Dezember einzustellen, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Gemeinschaftsbetriebsrats von Curevac, Heike Wagenaar.
Im September würden die Mitarbeitenden, die in diesem Jahr gehen sollen, ein Angebot erhalten, einen Aufhebungsvertrag abzuschließen. Dies erhöhe Entscheidungsdruck und Planungsunsicherheit. Ein kleinerer Teil der Belegschaft solle im Jahr 2027 etwa noch laufende Studien abschließen und Anlagen stilllegen. »Die Geschäftsführung ist bislang nicht wirklich kooperativ«, kritisiert Wagenaar. Es gebe keine ernsthaften Verhandlungen etwa über eine bessere Ausstattung von Unterstützungsprogrammen für die Beschäftigten.
Biontech betont, man setze auf einen sozialverträglichen Personalabbau und entsprechende Unterstützungsprogramme. Laut einer Sprecherin gibt es unter anderem ein Betroffenenprogramm.