Heißer Tipp: kalt duschen – fürs Klima und für die Gesundheit. / © Adobe Stock/Lars Zahner
Viele Menschen wissen, dass ihr Verhalten die Umwelt belastet. Trotzdem fällt es ihnen schwer, ihre Gewohnheiten zu ändern. Insbesondere dann, wenn sie dafür auf Komfort verzichten oder höhere Kosten in Kauf nehmen müssen.
Daher untersuchte die Psychologin Dr. Lena Glaser von der Universität Basel für ihre Dissertation, ob Menschen eher bereit sind, ihr Verhalten zugunsten der Umwelt zu ändern, wenn sie gleichzeitig persönlich davon profitieren. Als Ansatz wählte sie kaltes Duschen.
An der Untersuchung nahmen insgesamt 719 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren teil, die zuvor nicht regelmäßig kalt duschten. Sie sollten über einen Zeitraum von zwölf Wochen so kalt wie möglich duschen. Anhand der Angaben der Teilnehmenden untersuchte Glaser, wie sich die Umstellung auf das persönliche Wohlbefinden auswirkte.
Bereits in den ersten zwei Wochen stiegen viele der Teilnehmenden aus. Mit der Zeit sank die Abbruchquote allerdings. Glaser schließt daraus, dass die Menschen sich mit der Zeit an das kalte Duschen gewöhnen.
Die übrigen Teilnehmenden berichteten im Laufe der Studie von einem verbesserten körperlichen und mentalen Wohlbefinden. Einige beschrieben zudem das Gefühl von Stolz, da sie sich einer zunächst unangenehmen Herausforderung gestellt hatten.
Auch bei den Krankheitstagen zeigte sich ein Unterschied: Viele hatten im Durchschnitt 31 Prozent weniger Krankheitstage als eine Kontrollgruppe, die warm duschte.
Es zeigten sich nicht nur positive Auswirkungen auf die Gesundheit, sondern auch ökonomische Vorteile. Personen, die kalt duschen, verbringen tendenziell weniger Zeit unter der Dusche und verbrauchen somit weniger Wasser. Zudem benötigen sie weniger Energie, da das Wasser nicht erst erhitzt werden muss. Die Teilnehmenden reduzierten während der zwölf Wochen ihre CO2-Emission um 15 Kilogramm pro Woche. Das entspricht etwa der Emission einer 100 km langen Autofahrt.
Die Untersuchung zeigt einen Ansatz, um umweltfreundliches Verhalten attraktiver zu machen. »Wenn Menschen einen persönlichen Nutzen darin sehen, ihr Verhalten zu ändern, und nicht das Gefühl haben, etwas aufzugeben oder zu verpassen, sind sie motivierter, daran zu bleiben«, so Glaser in einer Mitteilung der Universität.
Die Psychologin betonte, dass nicht jeder kalt duschen müsse. Bereits eine kleine Veränderung der Wassertemperatur könne sich positiv auswirken. Ob die Teilnehmenden auch nach Studienende weiterhin kalt duschten, ist unklar.