| Johanna Hauser |
| 26.05.2026 09:00 Uhr |
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Eisenmangel scheint es geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich des Nutzens einer Eisensubstitution zu geben. / © Getty Images/magicmine
Eisenmangel korreliert mit dem Schweregrad der Herzinsuffizienz und ist mit einer ungünstigen Prognose sowie erhöhter Mortalität assoziiert. Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) empfehlen daher eine intravenöse Eisensupplementierung. Ob deren Wirksamkeit geschlechtsspezifisch variiert, war bislang unklar.
Ein Team um Professor Dr. Mahir Karakas vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nahm eine geschlechtsspezifische Analyse der FAIR-HF2-Studie vor. In der randomisierten Studie hatten 1105 Patienten mit Herzinsuffizienz (linksventrikuläre Ejektionsfraktion, LVEF ≤ 45 Prozent) und Eisenmangel entweder Eisen-Carboxymaltose oder Placebo erhalten. Demnach profitierten Männerklinisch relevant von der Eisengabe, während sich bei Frauen kein prognostischer Nutzen nachweisen ließ. Die Ergebnissse sind im »European Journal of Heart Failure« publiziert.
Die Studie hatte drei primäre Endpunkte:
Für Männer ergab sich beim erstgenannten primären Endpunkt eine Risikoreduktion von etwa 26 Prozent (Hazard Ratio, HR 0,74), Frauen hingegen profitierten nicht (HR 1,07). Ähnliche Trends zeigten sich auch bei den beiden anderen Endpunkten (HR Frauen 1,06 sowie 1,21; Männer 0,79 sowie 0,73). Zudem hatten Frauen unter der der Eisentherapie ein leicht erhöhtes (nicht signifikant) Sterberisiko (HR 1,46 versus HR 0,86).
Die Analyse deute auf eine relevante unterschiedliche Wirksamkeit von intravenösem Eisen bei Herzinsuffizienz bei beiden Geschlechtern hin, resümieren die Autoren. Sie unterstreiche die Notwendigkeit, geschlechtsspezifische Aspekte in die Behandlungsstrategien für Eisenmangel bei Herzinsuffizienzpatienten miteinzubeziehen.