| Melanie Höhn |
| 19.06.2026 15:15 Uhr |
Der Bericht schlussfolgert, dass der wandelnde illegale Arzneimittelmarkt eine neue Form der transnationalen organisierten Kriminalität hervorgebracht hat. Digitalisierte Lieferketten würden Länder wie China, Indien und Pakistan – die von europäischen Behörden wiederholt als zentrale Herkunftsmärkte identifiziert wurden – über das Darknet mit Zwischenhändlern in Europa verbinden. Überraschenderweise bilden laut GI-TOC transkontinentale Post- und private Kurierdienste das kaum kontrollierbare Rückgrat dieses Marktes, da die schiere Größe dieser Branche die Aufdeckung extrem erschwere.
Bei den transnationalen kriminellen Akteuren hinter diesem neuen Handel handelt es sich laut GI-TOC nicht um klassische Kartelle oder Mafiaorganisationen, sondern um unauffällige digitale Netzwerke, die sich herkömmlichen Ansätzen zur Bekämpfung des illegalen Handels entziehen. Diese Gruppen würden sich zunutze machen, dass die Trennung zwischen Straßenhandel und Apothekenwesen die Realitäten des Marktes nicht mehr widerspiegele.
Gleichzeitig würden sich die Zuständigkeitsbereiche von Strafverfolgungsbehörden (zur Bekämpfung des Drogenangebots) und Zollbehörden (zur Kontrolle des grenzüberschreitenden Handels) überschneiden, ohne dass diese immer klar abgegrenzt wären. Europa müsse erst noch eine Antwort auf diese neue Form der organisierten Kriminalität finden, die eine erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstelle.