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Organisierte Kriminalität
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Initiative warnt vor drohender europäischer Opioidkrise

Die »Globale Initiative gegen transnationale organisierte Kriminalität« warnt vor Vertriebszentren für Arzneimittel im Darknet und organisierter Kriminalität über digitale Lieferketten.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 19.06.2026  15:15 Uhr

Illegale Drogen und gefälschte Arzneimittel

Beim physischen Drogenhandel werde im Allgemeinen zwischen Straßendrogen wie Heroin, Kokain oder MDMA und pharmazeutischen Medikamenten, etwa Beruhigungs- und Schmerzmitteln, unterschieden, darunter Originale und Fälschungen. Die Nachfrage nach verschreibungspflichtigen Medikamenten, die von Straßendealern verkauft werden, wird laut GI-TOC meist durch Originalpräparate gedeckt; diese würden aus Apothekenbeständen stammen und gelangten durch übermäßige Verschreibungspraxis oder mittels gefälschter beziehungsweise gestohlener Rezepte in den illegalen Handel.

Auf Online-Marktplätzen stelle sich die Situation jedoch anders dar. Dort würden illegale Drogen gemeinsam mit gefälschten Arzneimitteln und abgezweigten Medikamenten angeboten. In Telegram-Kanälen finden sich demnach neben Kokain, MDMA und Amphetaminen auch Angebote für Xanax, Ozempic, Ketamin, Viagra und Tramadol. Diese Produkte würden häufig als Originalpräparate beworben, obwohl die Käufer kaum Möglichkeiten haben, deren Zusammensetzung oder Herkunft zu überprüfen.

Zudem würden Online-Händler im sogenannten Surface Web (dem für Suchmaschinen zugänglichen Teil des Internets) oft rechtliche Grauzonen ausnutzen, indem sie Substanzen als »Forschungschemikalien« (Research Chemicals) vermarkten.

Selbstmedikation und missbräuchlicher Konsum mischen sich

Nutzer würden sich aus verschiedensten Gründen an unregulierte Online-Plattformen wenden. Entweder, um ohne ärztlichen Rat an kostengünstige verschreibungspflichtige Medikamente zu gelangen, oder weil der Zugang zu bestimmten Produkten – etwa Ketamin oder Mitteln zur Gewichtsreduktion – stark eingeschränkt ist.

Auf dem unkontrollierten Markt würden Selbstmedikation und der Konsum zu Genusszwecken Hand in Hand gehen, heißt es im Bericht. Netzwerke der organisierten Kriminalität hätten gelernt, diese doppelte Nachfrage zu nutzen, und ein illegales Ökosystem geschaffen, das von sich wandelnden Konsummustern profitiere.

In beiderlei Hinsicht stelle dieser wachsende Handel ein ernstes Gesundheitsrisiko für Europa dar. Während Behörden sowie Einrichtungen der Schadensminimierung, Behandlung und Prävention Drogenkonsumenten im herkömmlichen Umfeld erreichen könnten, gestalte sich dies auf Online-Märkten schwierig. Folglich seien diejenigen, die Drogen über diese Online-Kanäle beziehen, weitgehend auf sich allein gestellt und hätten nur begrenzten Zugang zu Unterstützungsangeboten. Besonders gravierend seien die potenziell verheerenden Folgen des Konsums synthetischer Opioide, wie die Zahlen zu Überdosierungen und Todesfällen belegen.

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