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Grünen-Politikerin Andrea Fischerzieht ins BMG ein

19.10.1998  00:00 Uhr

-Politik

Govi-Verlag

Grünen-Politikerin Andrea Fischer
zieht ins BMG ein

Die sozialpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Andrea Fischer, wird Bundesgesundheitsministerin werden. Dem Vernehmen nach wollten die Sozialdemokraten den Grünen nicht das Justizministerium überlassen. Statt dessen habe der große Koalitionspartner dem kleinen das Bauministerium angeboten. Das reichte den Grünen offenbar nicht. Die Besetzung des Bundesgesundheitsministeriums mit der 38jährigen Sozialpolitikerin Fischer war dann aber offensichtlich ein geeigneter Kompromiß.

Andrea Fischer wurde am 14. Januar 1960 in Arnsberg/Westfalen geboren. Nach dem Abitur hat sie eine Ausbildung als Offsetdruckerin gemacht. Daran schloß sich das Studium der Volkswirtschaftslehre an. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Europaparlament, danach am Wissenschaftszentrum in Berlin und bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte. Den Grünen trat Fischer 1985 bei, seit 1994 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie gehörte dem Ausschuß für Arbeit und Sozialordnung als ordentliches Mitglied an, im Haushaltsausschuß und Ausschuß für Gesundheit ist sie stellvertretendes Mitglied ihrer Fraktion gewesen.

"Andrea Fischer geht ihren Weg genauso, wie sie selber ist: kompetent, durchsetzungsstark, temperamentvoll", schrieb die Frankfurter Rundschau. Ihr Wunschposten sei das BMG allerdings nicht. Sie habe sich als Renten- und Sozialexpertin einen Namen gemacht, das Gesundheitsressort sei ihr aber nicht fremd. Andrea Fischer sei sogar als Pendant zu Joschka Fischer für den Fraktionsvorsitz im Gespräch gewesen. Das Vorhaben sei jedoch gescheitert, weil sie weder den Realo- noch den linken Flügel vertritt, aber auch an ihrem Namen. Ein Führungsduo Fischer/Fischer führe zu Verwirrung, hieß es. "Nun werden Fischer/Fischer doch gemeinsam die Karriereleiter erklimmen - im Bundeskabinett", vermerkte das Blatt. Auf Fischer warten schwere Aufgaben. Sie soll die Wahlversprechen von SPD und Grünen erfüllen und gleichzeitig für stabile Beiträge sorgen.

PZ-Artikel von Gisela Stieve, Eschborn

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