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Valsartan-Rückrufe: Becker drängt auf schärfere Kontrollen

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Valsartan-Rückrufe: Becker drängt auf schärfere Kontrollen
 


Die Apotheker fordern als Reaktion auf die zahlreichen Rückrufe Valsartan-haltiger Präparate strengere Qualitätskontrollen in der Produktion. «Trotz aller Sparbemühungen in der Arzneimittelversorgung und des wirtschaftlichen Drucks, den die Hersteller hierdurch haben, können und dürfen wir uns keine Nachlässigkeit bei der Qualität unserer Arzneimittel erlauben», sagte der Chef des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg, Fritz Becker.

In den vergangenen Tagen hatte die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) vorsorglich zahlreiche Blutdruck-Medikamente mit dem Wirkstoff Valsartan von verschiedenen Herstellern zurückgerufen. Die Präparate könnten demnach im Rahmen der Produktion mit der Chemikalie N-Nitrosodimethylamin verunreinigt worden sein, die im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Der Arzneistoff stammte dabei stets von dem chinesischen Produzenten Zhejiang Huahai Pharmaceutical.

Genaue Ergebnisse zum Ausmaß der möglichen Verunreinigung stehen zurzeit noch aus. Becker drängte darauf, die Kontrollen in den Herstellerbetrieben im Sinne der Patienten weiter zu verbessern. «Wir müssen uns auch weiterhin darauf verlassen können, dass die Arzneimittel, die unsere Patienten zum Teil lebensnotwendig brauchen, qualitativ einwandfrei in der Apotheke ankommen», so Becker. Allein auf Zertifikate zur Qualität des Ausgangsstoffs dürften sich die Hersteller der Endprodukte schlichtweg nicht verlassen. Vielmehr müssten sie eigene Proben ziehen, um die bescheinigte Qualität zu bestätigen. Die Industrie soll demnach versuchen «in einer Art Qualitätsoffensive das Vertrauen in ihre Produkte wieder herzustellen».

Becker sieht darüber hinaus auch die Politik in der Pflicht. Sie müsse Rahmenbedingungen schaffen, damit Arzneimittelproduktion auch wieder in Europa stattfinden könne, forderte er. Mehr als vier von fünf Wirkstoffen kämen heute aus Indien oder China und würden zum Teil eigenartige Wege nehmen, bevor sie in deutsche Apotheken gelangen, sagte der LAV-Chef. «Dass das der Qualität wenig zuträglich ist, dürfte klar sein.» (sch)

Lesen Sie dazu auch

Rückruf: Verunreinigung in Valsartan-Präparaten, Meldung vom 05.07.2018
AMK-Meldungen (Login erforderlich)
FAQ des BfArM zum Rückruf (externer Link)
Informationen der EMA zum Rückruf (externer Link)

 

12.07.2018 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller

 

 

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