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Vitamin D: Mehr Sonne, weniger Knochenbrüche

MEDIZIN

 
Vitamin D

Mehr Sonne, weniger Knochenbrüche


Von Katja Egermeier / Ein Mangel an Vitamin D reduziert nicht nur die Knochendichte, sondern wirkt sich auch auf die Knochenqualität aus: Er lässt Knochen altern und steigert das Risiko für Brüche. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher laut einer Studie im Fachjournal »Science Translational Medicine« (doi: 10.1126/scitranslmed.3006286). Die Ursache für diesen Alterungsprozess liege in einer Mineralisationsstörung der Knochen, die durch einen Vitamin-D-Mangel durch zu wenig Sonne ausgelöst werde, so die Wissenschaftler. Für die Studie untersuchten sie Knochenproben von 30 Toten.


Der Hauptautor der Studie, Björn Busse vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), erklärt, warum gleich zwei Effekte zu einem höheren Frakturrisiko führen: Knochengewebe werde ständig erneuert und umgebaut. Vitamin-D-Mangel jedoch führe dazu, dass das neue Gewebe nicht mineralisiert, also zum Beispiel mit Calcium versorgt werde, sondern sich unmineralisiert um einen großen Teil der Knochen­oberfläche lege. »Es umgibt sie wie eine Baumrinde den Baumstamm«, so Busse.




Sonne tanken und Vitamin-D-Speicher auffüllen: Das schützt die Knochen.

Foto: Fotolia/Almgren


Diese Versiegelung führe dazu, dass der Knochen nur noch schwer von Knochenzellen erreicht und adäquat erneuert werden könne. »Für diesen Prozess fehlt dann viel Oberfläche.« So habe man einerseits die Mineralisationsstörung, welche die Knochenmasse verringert und andererseits die Versiegelung, welche den Knochen altern und an Qualität verlieren lässt, sagte der Bio-Ingenieur. »Beides zusammen führt zu einem höheren Risiko für Frakturen.«

 

Eine 2009 publizierte Studie aus seiner Praxis in Essen mit 2500 Patienten belegt, dass 35 Prozent aller deutschstämmigen Patienten unter einem Vitamin-D-Mangel leiden. Bei Patienten mit Migrationshintergrund beträgt dieser Anteil sogar 65 Prozent – vermutlich, weil sie durch verhüllende Kleidung mit Sonnenlicht unterversorgt sind. Ein Mangel liegt vor, wenn weniger als 25 nmol/l Vitamin D im Blut gemessen wird. Der Körper bildet Vitamin D, sobald UV-B-Strahlung auf die menschliche Haut einwirkt. Die Vitamin-D-Zufuhr über die Nahrung ist weitaus schwieriger: Höchstens 20 Prozent des täglichen Vitamin-D-Bedarfs kann über Lebensmittel gedeckt werden. Zu den Lebensmitteln mit hohen Vitamin-D-Konzentrationen zählen neben Pfifferlingen und Champignons vor allem Fische wie Lachs, Makrele und Hering. Ist es nicht möglich, den Bedarf über Sonnenlicht und Ernährung zu decken, können Betroffene Vitamin D in Form von Tabletten, Kapseln oder öligen Tropfen zusetzen. Ist der Mangelzustand sehr gravierend, helfen hoch dosierte Spritzen. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 29/2013

 

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