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Von Mücken übertragene Viren
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Impfstoffe in der Entwicklung

Virusinfektionen, die durch Stechmücken und anderen Arthropoden übertragen werden, breiten sich im Zuge der Urbanisierung, des Reiseverkehrs und des Klimawandels immer weiter aus. Dies wird zur Herausforderung für die Impfstoffentwicklung.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 22.04.2026  16:20 Uhr
Herausforderungen bei Zika-Impfstoffen

Herausforderungen bei Zika-Impfstoffen

Moderna konnte für seine mRNA-Zika-Kandidaten mRNA-1893 und mRNA-1325 bereits robuste Phase-I-Daten mit starken neutralisierenden Antikörperantworten vorlegen. Die Schnelligkeit der mRNA-Plattform gilt als entscheidender strategischer Vorteil. Bekanntlich lassen sich Impfstoffkonstrukte binnen Tagen nach Kenntnis der viralen Sequenz entwickeln. Besorgniserregend ist in diesem Kontext der politisch motivierte Rückzug der USA aus der mRNA-Forschungsförderung, den Fachleute als wissenschaftlich kontraproduktiv kritisieren.

Ein strukturelles Dilemma offenbart sich besonders bei Zika und dem West-Nil-Virus. Beide verursachen schwere Krankheitsbilder, treten jedoch sporadisch und geografisch unvorhersehbar auf. Das erschwert die Planung klassischer Phase-III-Wirksamkeitsstudien enorm. Als Ausweg gelten humane Provokationsmodelle, bei denen Probanden unter streng kontrollierter Beobachtung gezielt infiziert werden.

Diese Modelle erreichen Infektionsraten von nahezu 100 Prozent und ermöglichen direkte immunologische Messungen. Sie haben sich daher als ein regulatorisch anerkannter Alternativweg für die Impfstoffentwicklung gegen Erreger etabliert, bei denen konventionelle Feldstudien scheitern.

Modernisierung eines bewährten Impfstoffs

Beim Gelbfieber, für das seit Langem ein bewährter attenuierter Lebendimpfstoff verfügbar ist, verlagert sich der Innovationsdruck auf die Produktionskapazitäten. Daher entwickelt Sanofi einen weltweit ersten zellkulturbasierten Gelbfieberimpfstoff. Ein solcher Impfstoff reduziert die Abhängigkeit von einer eierbasierten Herstellung und sollte die Versorgungssicherheit in Ausbruchssituationen deutlich verbessern.

Einen konzeptuell neuartigen, wenn auch keinen gänzlich neuen Ansatz verfolgt der vektorgerichtete Impfstoff AGS-v PLUS. Statt gegen einzelne Viren richtet sich die Immunantwort gegen konservierte Peptide des Speichels von Stechmücken. Das Konzept zielt darauf ab, die Hautimmunität präventiv in einen antiviralen Zustand zu versetzen und so potenziell gegen mehrere Aedes-übertragene Viren gleichzeitig wirksam zu sein. Eine Phase-I-Studie belegt bereits die Sicherheit und Immunogenizität dieses Impfstoffkandidaten. 

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