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Rx-Versandverbot

Im Januar ist Bühlers Petition im Bundestag

Seine Hartnäckigkeit hat sich gelohnt: Am 27. Januar bekommt der Pharmazie-Student Benedikt Bühler die Gelegenheit, seine Petition zum Rx-Versandverbot im Petitionsausschuss des Bundestags vorzustellen. Er will die Abgeordneten daran erinnern, was mit Blick auf die Arzneimittelversorgung auf dem Spiel steht.
Jennifer Evans
02.12.2019
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Der 20-jährige Bühler, der derzeit in Budapest Pharmazie studiert, freut sich über seinen Termin für die öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss. »Es ist überwältigend, wie viele Menschen sich der Petition angeschlossen haben und die Apotheke vor Ort durch das Rx-Versandverbot erhalten wollen«, sagte er der PZ. Diesen mehr als 400.000 Unterzeichnern wolle er im Bundestag eine Stimme geben. Wichtig ist Bühler vor allem, die Politik und die Öffentlichkeit noch einmal darauf hinzuweisen, was auf dem Spiel steht.

»Nach dem EuGH-Urteil werden die Apotheken systematisch benachteiligt. Im Apothekenmarkt tätige Großkonzerne wachsen seitdem und bereiten nun den nächsten Schritt vor: das E-Rezept in Kombination mit Rx-Boni«, warnt Bühler. In vielen Gemeinden sieht er daher die Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort bedroht. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte 2016 entschieden, dass Versender mit Sitz im EU-Ausland in Deutschland Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente anbieten dürfen. Weil für Apotheken hierzulande aber weiterhin die Preisbindung gilt, herrscht seitdem eine Schieflage im Apothekenmarkt.

Nach wie vor hält Bühler das Rx-Versandverbot für die »rechtssicherste Lösung«. Nicht umsonst stehe es im Koalitionsvertrag und sei inzwischen schon zwei Mal vom Bundesrat eingefordert worden, betonte er.

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