| Barbara Döring |
| 11.08.2026 08:00 Uhr |
Ob es ihr schmeckt oder nicht, zeigt die Hummel mit ähnlichen Reaktionen wie der Mensch. / © Getty Images/Norman Posselt
Wie jemandem etwas mundet, lässt sich meist schnell an seiner Mimik ablesen. Er streckt die Zunge raus, schüttelt den Kopf oder wischt sich den Mund ab, wenn etwas wenig schmackhaft ist, und leckt sich die Lippen, wenn es dem Gaumen besonders gut schmeichelt.
In dieser Hinsicht stehen Menschen so manchem Insekt in nichts nach. Das zeigte ein internationales Forschungsteam, das herausfinden wollte, wie Insekten auf unterschiedliche Nahrung reagieren. Die Ergebnisse sind im Fachjournal »Proceedings of the National Academy of Sciences« publiziert.
Fanden Hummeln am angebotenen Snack in Form einer Zuckerlösung Geschmack, streckten sie ihre Glossa heraus, deren Aufgabe der menschlichen Zunge entspricht. Fast schien es, als würden sie genussvoll die Lippen lecken. Fanden sie keinen Gefallen an einer Speise wie bitteren oder salzigen Lösungen, schüttelten sie den Kopf und wischten sich die Mundwerkzeuge ab.
Um das Verhalten der Tiere beim Genuss verschiedener Geschmacksrichtungen genau beobachten zu können, filmten die Forschenden die Hummeln in Zeitlupe. Der an der Untersuchung beteiligte Neurowissenschaftler Professor Dr. Andrew Barron von der Macquarie University in Sydney ordnet die Reaktionen als »emotionsähnliche Verhaltensweisen« ein. Sie würden auf eine affektive Bewertung durch die Tiere hinweisen, die durch Endocannabinoide beeinflusst wird, und evolutionär weiter verbreitet sein könnten, als bisher angenommen.