Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung, der auch für die Pflegekassen zuständig ist, hatte von wachsenden Finanzlöchern berichtet. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit einem Defizit von einer Milliarde Euro. Der Vorstandschef der Krankenkasse DAK, Andreas Storm, warnt eindringlich vor den Folgen.
»Die gesetzliche Pflegeversicherung ist ein Notfallpatient, der schnelle Rettungsmaßnahmen benötigt«, sagte Storm der dpa. »Passiert nichts, brauchen mehrere Pflegekassen kurzfristig Finanzhilfen, um die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.« Noch in diesem Jahr seien steigende Kosten für Versicherte denkbar, fügte er hinzu: »Angesichts des neuen aktuellen Milliardendefizits ist auch eine Beitragserhöhung von bis zu 0,2 Prozentpunkten in der zweiten Jahreshälfte zu befürchten.«
Der Bund müsse »den Einstieg in die Rückzahlung der Corona-Hilfen in Höhe von 5,2 Milliarden Euro schaffen«, meinte Storm. Dabei geht es um Mehrkosten, die während der Pandemie von den Pflegekassen getragen wurden, aber aus deren Sicht aus Steuermitteln beglichen werden sollten.
Für die Pflegereform forderte Storm einen neuen Anlauf nach der Sommerpause. »Die bislang bekanntgewordenen Reforminhalte würden die Pflegekrise nicht lösen, sondern weiter verschärfen«, meinte der frühere CDU-Gesundheitspolitiker.